Momente – die Audioausgabe #10

Shownotes

Der Herbst hat viele Seiten. Manche schmecken nach Apfel, andere nach Wind und weiter Wiese.

In dieser Folge von „Momente – die Audioausgabe“ geht es zunächst um alte Apfelsorten. Goldparmäne, Boskoop, Gravensteiner oder Freiherr von Berlepsch sehen nicht immer so makellos aus wie moderne Handelsware. Dafür unterscheiden sie sich deutlich in Geschmack, Säure, Süße, Duft und Verwendung. Die Folge erklärt, warum im Lebensmittelhandel nur ein kleiner Teil der bekannten Sorten eine größere Rolle spielt, was Pomologinnen und Pomologen bei der Sortenbestimmung untersuchen und weshalb aus dem Kern einer Goldparmäne nicht einfach wieder eine Goldparmäne wächst. Auch der Erhalt alter Sorten, Streuobstwiesen und die Bedeutung genetischer Vielfalt spielen eine Rolle.

Im zweiten Teil geht es nach draußen und nach oben. Drachensteigen gehört zu den einfachsten Herbstvergnügen – und steckt doch voller Geschichte und Physik. Warum bleibt ein Drachen überhaupt in der Luft? Weshalb ist gleichmäßiger Wind oft besser als starke Böen? Und warum genügt manchmal schon eine freie Wiese, um für eine Weile alles andere zu vergessen?

Eine Folge über Äpfel mit Charakter, Wind im Gesicht und die kleinen Dinge, die einen Herbsttag besonders machen können.

Hinweis: Die beiden Beiträge dieser Ausgabe werden von KI-generierten Stimmen gesprochen. Dabei kommen dieselben Stimmen zum Einsatz wie bei den Audiofassungen des Online-Magazins von Tank & Rast.

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:02: Willkommen bei Momente, die Audio-Ausgabe.

00:00:05: Schön dass Sie da sind!

00:00:07: Wir haben für sie ausgewählte Texte aus unserem Momentemagazin vertont – Geschichten über das Unterwegssein, über kleine Pausen, über Gedanken wie man gerne mitnimmt ins Auto in den Zug auf einen Spaziergang oder einfach in einem ruhigen Moment zwischendurch.

00:00:24: Dieses Format ist bewusst reduziert kein großes Studio, kein aufwendiges Setup sondern einfach gute Inhalte ruhig erzählt und gut hörbar.

00:00:34: Mein Name ist Dietmar Thomas, Leiter Corporate Communications & Digital Media von Tag und Rast.

00:00:40: Ich freue mich dass Sie sich diesen Moment nehmen und wünsche Ihnen jetzt viel Freude mit den heutigen Geschichten aus dem Momente-Magazin.

00:00:55: Der Herbst eine Jahreszeit für kleine Entdeckungen.

00:00:58: Auf Wochenmärkten und in Hofläden liegen Äpfel die nicht immer aussehen wie aus dem Bilderbuch Dafür aber Namen tragen wie Goldparmäne Gravensteiner oder Freiherr von Berlepsch.

00:01:10: Und wenn draußen der Wind aufricht, beginnt auch vielen Wiesen wieder die Zeit der Drachen.

00:01:16: Genau darum geht es diesmal um Äpfel mit Charakter und Geschmack unter einem Vergnügen für das es erstaunlich wenig braucht.

00:01:24: Wind eine freie Fläche ein Drachen und ein bisschen Geduld.

00:01:30: noch einen Hinweis in eigener Sache Die beiden Beiträge dieser Podcast Ausgabe werden von KI generierten Stimmen gesprochen.

00:01:38: Dabei kommen dieselben Stimmen zum Einsatz wie bei der Audiofassung unseres Online-Magazins.

00:01:48: Ein Apfel soll in Supermarkt möglichst marklos aussehen, rund gleichmäßig gefärbt, gut zu transportieren und lange haltbar – nur sagt das noch wenig darüber aus, wie er eigentlich schmeckt!

00:02:01: Wer einmal eine alte Apfelsorte probiert hat merkt schnell, wie groß die Unterschiede sein können mal kräftig säuerlich, mal würzig, mal nussig oder besonders aromatisch.

00:02:12: Und manche dieser Äpfel sehen dabei überhaupt nicht so aus, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen.

00:02:18: Warum alte Apfelsorten heute wieder interessant sind?

00:02:21: Was Pomologen eigentlich genau machen und weshalb aus dem Kern einer Goldparmähne keineswegs automatisch eine neue Goldparmäne wächst?

00:02:31: Darum geht es jetzt!

00:02:33: Hier kommt unser Beitrag über Äpfeln mit Macken und Geschmack.

00:02:43: Der Apfel auf dem Tisch hat ein Imageproblem.

00:02:45: Er ist klein etwas schief und von einem bräunlichen Netz überzogen.

00:02:50: Im Supermarkt würde er vermutlich aussortiert, bevor jemand auf die Idee käme ihn zu probieren.

00:02:55: Hier bekommt er ein Messer Das Fruchtfleisch knackt Erst kommt Säure Dann Würze Und eine leicht nussige Note.

00:03:02: Es ist eine Goldparmäne.

00:03:04: Der Name klingt nach Balsaal Die Schale eher nach Werkstatt.

00:03:09: Geschmacklich funktioniert die Sache hervorragend.

00:03:11: Alte Apfelsorten sehen nicht immer perfekt aus.

00:03:14: Viele lassen sich auch nicht monatelang lagern oder quer durchs Land transportieren.

00:03:19: Dafür bieten sie Aromen, die im üblichen Supermarktregal selten geworden sind.

00:03:24: Manche erinnern an Nüsse andere an Kräuter Zitrusfrüchte oder Gewürze.

00:03:29: Ein Apfel für den großen Handel muss nämlich weit mehr können als Gutschmecken.

00:03:33: Er soll gleichmäßig wachsen attraktiv aussehen und Sortieranlagen Kühlhäuser- und Lastwagen überstehen.

00:03:40: Druckempfindliche Früchte verursachen Verluste.

00:03:43: Unterschiedliche Größen passen schlecht in standardisierte Verpackungen.

00:03:47: Das ist keine Verschwörung gegen karaktervolle Äpfel, es ist Logistik.

00:03:52: Wer Millionen Früchte bewegt braucht verlässliche Eigenschaften.

00:03:56: das Ergebnis ist ein überschaubares Sortiment dass seine Aufgaben gut erfüllt.

00:04:02: nur schmeckt dadurch nicht jeder Apfel so unterschiedlich wie er könnte.

00:04:05: alte Sorten wurden unter anderen Bedingungen ausgewählt.

00:04:09: Ein Hof brauchte Äpfeln zum Rohessen Backen, Kochen, Lagern und Firmost.

00:04:15: Nicht jede Frucht musste alles beherrschen.

00:04:17: Arbeitsteilung war erlaubt!

00:04:19: Der Küchenapfel durfte sauer sein, solange er im Ofen großartig wurde.

00:04:24: Rund dreitausend Apfelsorten sind in Deutschland bekannt.

00:04:28: Einige stehen noch in alten Gärten an Wegen oder auf Streuobstwiesen.

00:04:33: Sie sind nicht automatisch besser als moderne Sorten.

00:04:36: Manche sind anfällig für Krankheiten oder brauchen einen ganz bestimmten Standort.

00:04:41: Interessant sind ihre Unterschiede.

00:04:43: Die Goldparmähne schmeckt würzig und leicht nussig, das raue braune Muster auf ihrer Schale nennt man Berostung.

00:04:50: Es besteht aus verkorktem Schalengewebe und ist keine Vollnis.

00:04:54: Was nach Schönheitsfehler aussieht gehört bei dieser Sorte zum Auftritt.

00:04:59: Der Boskop bringt viel Säure und festes Fruchtfleisch.

00:05:02: mit Rohr ist er nicht für jeden die erste Wahl.

00:05:05: Im Kuchen oder als Bratapfel bleibt sein kräftiges Aroma dagegen erhalten.

00:05:10: Wo mildere Sorten geschmacklich verschwinden, steht der Boskop noch mitten im Raum.

00:05:14: Der Berlebsch verbindet eine deutliche Säure mit würzigem Aroma.

00:05:18: Richtig ausgereift wirkt er komplex und lebendig!

00:05:22: Der Gravensteiner duftet intensiv – ist saftig und sehr druckempfindlich.

00:05:27: Frisch aus der Region ist er großartig.

00:05:30: Für eine lange Reise durch mehrere Zentrallager eher nicht.

00:05:34: Solche Unterschiede zeigen, warum die Frage nach dem besten Apfel wenig sinnvoll ist?

00:05:38: Der beste Apfel wofür?

00:05:40: Für die Brotdose, den Kuchen das Moos oder den Saft.

00:05:45: Eine Sorte kann beim Reinbeißen begeistern und im Ofen zerfallen eine andere braucht Hitze um zu glänzen.

00:05:51: aber wie findet man heraus welche Sorte an einem alten Baum wächst?

00:05:55: Dafür gibt es Pomologinnen und Pomologen.

00:05:58: Pomologie bedeutet Obstsortenkunde.

00:06:01: der Begriff klingt nach einem Spezialgebiet für Menschen mit Lupe und sehr ernster Stirn.

00:06:06: Tatsächlich steckt viel Detektiv-Arbeiter hinter.

00:06:09: Die Fachleute untersuchen Form, Farbe, Schale, Stil und Kerngehäuse.

00:06:13: Sie achten auf Duft, Geschmack, Erntezeit und Lagerfähigkeit.

00:06:17: Auch Informationen über den Baum helfen.

00:06:20: Wann trägt er Früchte?

00:06:22: Wie wächst seine Krone?

00:06:23: Welche Krankheiten treten auf?

00:06:26: Ein einzelnes Foto reicht selten.

00:06:28: Sonne verändert die Farbe Trockenheit die Größe.

00:06:32: Selbst Früchte am gleichen Baum können unterschiedlich aussehen.

00:06:36: Ein Apfel von der Südseite bekommt mehr Licht als sein Kollege im Schatten.

00:06:40: Beide gehören trotzdem zur selben Sorte.

00:06:42: Hinzu kommt ein historisches Durcheinander bei den Namen.

00:06:45: Eine Sorte hieß in benachbarten Regionen manchmal verschieden, umgekehrt konnte derselbe Name für mehrere Äpfel stehen.

00:06:53: Alte Gartenbücher, regionale Listen und Vergleichssammlungen helfen dieses Namensknäuel zu entwirren.

00:07:00: Wer eine gute Sorte erhalten will kann nicht einfach einen Kern einpflanzen!

00:07:04: Eine Apfelblüte wird mit dem Pollen eines anderen Baumes befruchtet.

00:07:07: Oh, im Kern steckt deshalb eine neue Mischung der Erbanlagen!

00:07:11: Aus ihm wächst ein neuer genetisch einzigartiger Baum – das kann spannend sein.

00:07:16: Es ist aber keine Kopiermaschine.

00:07:18: Wer den Kern einer Goldparmäne pflanzt bekommt nicht automatisch wieder eine Goldparmähne.

00:07:23: Das Ergebnis kann köstlich werden oder klein, sauer und ziemlich enttäuschend.

00:07:28: In jedem Fall ist es etwas Neues.

00:07:30: Bekannte Sorten werden deshalb veredelt.

00:07:33: Dabei setzt man einen jungen Trieb des gewünschten Baumes auf den bewurzelten unteren Teil eines anderen Apfelbaums.

00:07:40: Der obere Triebe bestimmt später die Sorte der Früchte, der untere Teil beeinflusst u.a.

00:07:44: Wachstum und Standfestigkeit.

00:07:47: So lässt sich eine Goldparmähne tatsächlich als Goldparmäne weitergeben – im Grunde wird kein Name sondern Leben das Pflanzenmaterial kopiert.

00:07:56: Manche Sorten haben auf diese Weise Jahrhunderte überstanden.

00:07:59: Jeder neue Baum trägt einen kleinen Teil derselben Geschichte weiter.

00:08:03: Alte Sorten werden unter anderem in der deutschen Genbank Obst erhalten, das ist keine Halle voller Tütchen sondern eine Sammlung lebender Bäume an mehreren Standorten.

00:08:13: Gibt es Schäden durch Sturm Feuer oder Krankheiten bleibt die Sorte an einem anderen Ort erhalten.

00:08:19: solche sammlungen bewahren mehr als Geschmack.

00:08:22: alte Sorten können Eigenschaften besitzen die für die Züchtung wichtig werden.

00:08:26: Vielleicht verträgt eine Trockenheit besonders gut.

00:08:30: Vielleicht ist eine andere Widerstandsfähig gegen eine Krankheit?

00:08:33: Vielfalt ist eine Art Werkzeugkasten für Probleme, die noch gar nicht vollständig bekannt sind.

00:08:39: Auch Streuobstwiesen sind wichtig!

00:08:42: Dort stehen meist hochstämmige Bäume unterschiedlichen Alters auf Wiesen.

00:08:45: in ihren Kronen, Höhlen und Rinden leben Vögel, Insekten- und Fledermäuse.

00:08:51: unter den Bäumen wachsen Gräser und Kräuter.

00:08:53: Obstproduktion und Lebensraum teilen sich dieselbe Fläche.

00:08:57: Doch diese Wiesen pflegen sich nicht selbst.

00:09:00: Bäume müssen geschnitten, junge Stämme geschützt und Früchte geerntet werden.

00:09:05: Fällt das Obst nur zu Boden?

00:09:07: Bezahlt es keine Leiter- und keinen Baumschnitt!

00:09:10: Wer Streuobstsaft, Most oder regionale Äpfel kauft, hilft dabei, diese Arbeit zu finanzieren.

00:09:17: Für eine eigene Verkostung genügt ein Wochenmarkt oder Hofladen.

00:09:20: Statt nur nach roten oder grünen Äpfeln zu fragen Lohnt die Frage nach Namen und Verwendung.

00:09:26: Welche Sorte ist jetzt reif?

00:09:28: Welche passt in den Kuchen?

00:09:30: Welches sollte sofort gegessen werden?

00:09:33: Welcher wird im Lager erst richtig gut?

00:09:35: Wer einen Baum pflanzen möchte, sollte ebenfalls genauer fragen!

00:09:40: Nicht jede Sorte passt zu jedem Boden- und Klima.

00:09:43: Manche brauchen einen passenden Bestäuber in der Nähe.

00:09:47: Auch die gewählte Wurzelunterlage entscheidet ob der Baum klein bleibt oder zu einem großen Hochstamm wird.

00:09:53: Eine kleine Verkostung zu Hause braucht keine Fachsprache.

00:09:56: Mehrere Sorten aufschneiden, Reihenfolge merken und probieren.

00:10:00: Wie fest ist das Fruchtfleisch?

00:10:02: Kommt zuerst Süße oder Säure?

00:10:04: Bleibt ein Aroma im Mund!

00:10:06: Schon nach wenigen Stücken wirkt der Satz Apfel schmeckt nach Apfel erstaunlich ungenau.

00:10:11: Der schiefe Apfel vom Anfang sieht danach immer noch nicht aus wie ein Sieger.

00:10:15: Das muss er auch nicht.

00:10:17: Seine Aufgabe ist nicht eine Werbefläche zu dekorieren Er soll schmecken.

00:10:25: Vielleicht sieht die Obsttheke nach diesem Beitrag beim nächsten Einkauf für sie tatsächlich ein wenig anders aus.

00:10:31: Denn ein schiefer Apfel, eine raue Schale oder eine ungewöhnliche Farbe sagen eben noch nichts über den Geschmack aus.

00:10:40: Manchmal lohnt es sich nicht nach dem schönsten Exemplar zu weifen sondern nachdem interessantesten und während wir gerade schon bei Herbst sind bleiben wir auch gleich draußen Denn zu dieser Jahreszeit gibt es Tage, an denen man den Wind nicht nur spürt sondern richtig nutzen kann.

00:10:56: Ein paar Schritte Anlauf die Leine gespannt und mit etwas Glück hebt er ab!

00:11:01: Der Drachen.

00:11:02: Ein Drachen gehört zu diesen Dingen die erstaunlich einfach aussehen und trotzdem seit Jahrhunderten Menschen faszinieren.

00:11:09: Dabei steckt hinter seinem Flug mehr Physik als man auf den ersten Blick vermuten würde Warum ein Drachen überhaupt oben bleibt?

00:11:17: Deshalb der stärkste Wind nicht unbedingt der beste ist.

00:11:20: Und warum Erwachsenen dabei schnell wieder zu Kinder werden können?

00:11:24: Das erfahren Sie jetzt.

00:11:31: Ein paar Schritte Anlauf, ein kräftiger Windstoß und ein kurzer Moment des Bangens.

00:11:36: Der Drachen taumelt, sinkt noch einmal gefährlich ab fängt sich und steigt Erst über die Köpfe dann über die Bäume und schließlich so hoch dass sein Besitzer nur den Blick in den Nacken legt und die Leine zwischen den Fingern spürt.

00:11:50: Unten steht ein Mensch auf einer Wiese oben tanzt ein Stück Stoff im Wind.

00:11:55: Dazwischen liegt eine Verbindung, die erstaunlich viel mit Vertrauen zu tun hat.

00:12:00: Drachensteigen gehört zu jenen Beschäftigungen, die auf den ersten Blick denkbar einfach wirken.

00:12:05: Man braucht keine Halle, keinen Bildschirm, keinen Motor und nicht einmal besonders viel Ausrüstung – ein Drachen, eine Schnur, eine freie Fläche und ausreichend Windgenügen!

00:12:16: Und doch steckt in diesem Vergnügen eine Jahrtausende alte Geschichte?

00:12:20: Eine kleine Lektion in Physik und vielleicht sogar eine Antwort auf die Frage, warum uns der Himmel bis heute so fasziniert.

00:12:27: Die ersten Drachen stiegen vermutlich vor mehr als zweitausend Jahren in China in die Luft.

00:12:32: Bambus bot ein leichtes und zugleich stabiles Gerüst.

00:12:35: Seide wurde für die Bespannung genutzt und für die Leinen.

00:12:39: Die frühen Flugkörper dienten allerdings nicht nur dem Zeitvertreib – sie wurden für militärische Signale zur Übermittlung von Nachrichten und zur Beobachtung eingesetzt.

00:12:48: Manche Überlieferungen erzählen sogar davon das mit ihrer Hilfe Entfernungen gemessen oder Gegner eingeschüchtert wurden.

00:12:54: Von China aus verbreitete sich das Wissen über den Drachenbau in weitere Teile Asiens.

00:12:59: In Japan, Korea, Indien und anderen Regionen entwickelten sich ganz eigene Formen und Traditionen.

00:13:07: Manche Drachen stellten Tiere- oder Fabelwesen da andere trugen geometrische Muster oder symbolische Botschaften.

00:13:13: Sie waren technische Geräte Kunstwerke und Glücksbringer zugleich.

00:13:17: Nach Europa gelangten Drachen deutlich später.

00:13:20: Hier weckten sie besonders das Interesse von Forschern, die verstehen wollten wie Wind, Auftrieb und Elektrizität funktionieren.

00:13:27: Der Drachen wurde damit zu einer Art fliegendem Labor.

00:13:31: Lange bevor Flugzeuge abhoben zeigte er dass sich ein Körper der schwerer als Luft ist mit der richtigen Form und ausreichend Auftrieb am Himmel halten kann.

00:13:40: auch für die Entwicklung der Luftfahrt spielte dieses Prinzip eine Rolle.

00:13:44: Wer beobachtete, wie sich ein Drachen gegen den Wind stellte, konnte etwas über Kräfte lernen die später für Gleiter und Flugzeuge wichtig wurden.

00:13:52: Der scheinbar einfache Flugkörper steht deshalb am Anfang einer langen Geschichte menschlicher Flugversuche.

00:13:58: Ein Drachen besitzt keinen Motor und schlägt nicht mit den Flügeln – trotzdem kann er steigen!

00:14:04: Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel mehrerer Kräften.

00:14:11: Dabei entsteht Auftrieb, der den Drachen nach oben zieht.

00:14:14: Gleichzeitig drückt der Wind ihn nach hinten.

00:14:17: Die Leine verhindert dass er einfach davon fliegt.

00:14:20: Sie hält ihnen eine Position in der sich die wirkenden Kräfte ausgleichen können.

00:14:24: Ganz still steht ein Drachen dabei selten.

00:14:27: Der wind ist keine gleichmäßige Strömung sondern verändert fortwährend Richtung und Stärke.

00:14:33: Jede Böhe bringt das Fluggerät ein wenig aus dem Gleichgewicht.

00:14:36: Ein gut gebauter Drachen reagiert darauf, richtet sich neu aus und findet zurück in eine stabile Lage.

00:14:42: Der Schwanz den viele klassische Drachentragen ist deshalb mehr als Schmuck!

00:14:47: Er stabilisiert den Flug indem er dafür sorgt dass die Unterseite des Drachens in der richtigen Position bleibt.

00:14:54: Fehlt diese Stabilisierung beginnt der Drachen möglicherweise zu kreisen schlägt Haken oder stürzt Kopf über ab.

00:15:00: Das erklärt auch warum manche Starts trotz kräftigen Windes mislingen.

00:15:04: nicht allein die Windstärke entscheidet Form, Gewicht, Schwerpunkt – Länge.

00:15:09: der Waagelein und der richtige Winkel müssen zusammenpassen.

00:15:12: Drachensteigen ist Physik zum Anfassen oder besser gesagt zum Festhalten.

00:15:17: Wer einen Drachen steigen lassen möchte wartet meist auf Wind.

00:15:21: Dabei ist mehr nicht automatisch besser.

00:15:24: Ein gleichmäßiger mäßiger Wind eignet sich oft besser als stürmische Böen.

00:15:28: Bei zu wenig Luftbewegung bleibt der Drachen am Boden Oder muss durch ständiges Laufen in der Luft gehalten werden.

00:15:35: Bei starkem, unruhigem Wind kann er dagegen schwer kontrollierbar werden.

00:15:39: Ein einfacher Blick in die Umgebung hilft bei der Einschätzung – bewegen sich kleinere Äste und Blätter deutlich ohne das ganze Baumkronen heftig schwanken können die Bedingungen günstig sein.

00:15:49: auf offenen Flächen ist der Wind meist gleichmäßiger als zwischen Häusern, Hecken oder Bäumen.

00:15:54: Hindernisse verwirbeln die Luft und schaffen Zonen, in denen sich Richtung und Stärke plötzlich ändern.

00:16:00: Der Start gelingt am besten zu zweit.

00:16:03: Eine Person hält den Drachen mit der Vorderseite zum Wind, die andere entfernt sich einige Meter und hält die Leine gespannt.

00:16:10: Auf ein Zeichen wird der Drachen losgelassen.

00:16:13: Der Mensch an der Leine geht zügig rückwärts oder zieht sie kontrolliert ein.

00:16:17: Der Drachen sollte dabei nicht nach oben geworfen werden.

00:16:20: Ein guter Wind übernimmt diese Arbeit selbst!

00:16:22: Wer allein startet stellt den Drachen aufrecht auf den Boden, geht mit gespannter Leine zurück und wartet auf eine passende Böhe.

00:16:29: Einen sanfter Zug kann genügen.

00:16:32: Hektisches Reisen führt dagegen oft dazu, dass der Drachen seitlich ausbricht.

00:16:37: Steht der Drachn erst einmal am Himmel beginnt der ruhigere Teil des Vergnügens.

00:16:42: Drachen steigen verlangt Aufmerksamkeit aber keine permanente Anstrengung.

00:16:46: man beobachtet reagiert und korrigiert.

00:16:49: die Händespüren veränderungen im Wind oft früher als die Augen sie erkennen.

00:16:54: wird er Zug an der Leine stärker kommt eine Böhe lässt er nach braucht der drachen möglicherweise mehr Spannung.

00:17:01: Diese Mischung aus Konzentration und Ruhe besitzt eine besondere Wirkung.

00:17:05: Der Blick wandert in die Ferne, das Smartphone bleibt in der Tasche... ...und die Gedanken richten sich auf etwas, dass weder eine Nachricht sendet noch ein Ergebnis verlangt!

00:17:31: Übrig bleiben Wind, Wiese und der kleine Triumph etwas zum Fliegen gebracht zu haben.

00:17:37: Auch Kinder erleben dabei eine selten gewordene Form von Selbstwirksamkeit.

00:17:41: Sie ziehen an einer Schnur und weit oben reagiert der Drachen.

00:17:44: Sie lassen Leine nach und er gewinnt an Höhe.

00:17:47: Sie verändern ihre Position und seine Flugbahn verändert sich ebenfalls.

00:17:51: Ursache und Wirkung sind direkt spürbar.

00:17:53: Der klassische Rautendrachen ist wahrscheinlich die bekannteste Form des Drachens.

00:17:58: Sein Aufbau ist übersichtlich und mit einem ausreichend langen Schwanz fliegt er vergleichsweise ruhig.

00:18:04: Deshalb eignet er sich besonders gut für Einsteiger- und jüngere Kinder.

00:18:08: Daneben gibt es Delta Drachen, mit ihrer charakteristischen Dreiecksform.

00:18:12: Sie kommen häufig ohne Schwanz aus, sind leicht aufzubauen und bewältigen unterschiedliche Windbedingungen.

00:18:19: Kastendrachen wiederum bestehen aus mehreren räumlichen Kammern.

00:18:23: Ihre Konstruktion zeigt besonders eindrucksvoll wie vielfältig ein Drachen aussehen kann.

00:18:28: Lenktrachen besitzen meist zwei oder vier Leinen, über unterschiedliche Zugbewegungen lassen sie sich nach links und rechts steuern in Kurven führen oder zu Figuren bewegen.

00:18:39: Das macht sie sportlicher verlangt aber auch mehr Übung und eine besonders freie Umgebung.

00:18:45: Ein schnell fliegender Lenkdrachen entwickelt erhebliche Kräfte.

00:18:49: Sein Flugraum sollte deshalb großzügig bemessen sein.

00:18:53: Wer nicht nur fliegen möchte, sondern auch bauen der ist beim Drachen genau richtig.

00:18:57: Ein Bau ist relativ einfach.

00:18:58: beginnen sollte man sinnvollerweise mit einer einfachen Form.

00:19:02: leichte Holzstäbe reisfestes Papier oder dünnes Gewebe eine geeignete Schnur und Klebeband Reichen für erste Versuche.

00:19:11: entscheidend ist nicht dass das Ergebnis perfekt aussieht.

00:19:14: es muss möglichst symmetrisch leicht und stabil sein.

00:19:18: Der erste Flug eines selbst gebauten Drachens ist dann mehr als ein Start.

00:19:22: Er ist eine kleine Prüfung, trägt die Konstruktion.

00:19:25: Stimmt der Schwerpunkt?

00:19:27: War die Idee gut?

00:19:29: Und wenn der Drachen tatsächlich steigt fühlt sich das ein wenig so an als hätte man die Schwerkraft persönlich überlistet.

00:19:36: So unbeschwert dass Drachensteigen wirkt.

00:19:39: ganz ohne Regeln kommt es nicht aus.

00:19:41: Der wichtigste Grundsatz lautet viel Abstand halten.

00:19:45: Straßen, Bahnlinien Stromleitungen Windkraftanlagen und Flugplätze sind keine geeignete Umgebung, besonders gefährlich sind Freileitungen.

00:19:55: Verfängt sich ein Drachen darin darf weder an der Schnur gezogen noch versucht werden ihn selbst zu bergen.

00:20:01: Auch feuchte oder verschmutzte Leinen können Strom leiten.

00:20:04: In einem solchen Fall sollte man Abstand halten und den zuständigen Netzbetreiber oder die Feuerwehr informieren.

00:20:10: Bei Gewitter bleibt der Drachen grundsätzlich am Boden.

00:20:13: Eine lange Leine in der Luft ist bei herannahenden Blitzen ein unnötiges Risiko.

00:20:18: Auch in Naturschutzgebieten, an Brutplätzen oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist Rücksicht gefragt.

00:20:26: Eine freie Wiese ist nicht automatisch eine öffentlich nutzbare Fläche.

00:20:30: Im Zweifel sollte vorher geklärt werden ob das Betreten erlaubt ist.

00:20:34: Zur sicheren Ausrüstung gehören Handschuhe besonders bei größeren Drachen und kräftigem Wind.

00:20:40: Eine gespannte Leine kann an den Händen schmerzhafte Verletzungen verursachen.

00:20:44: Kinder sollten einen Drachen entsprechend ihrer Größe und Kraft verwenden und von Erwachsenen begleitet werden.

00:20:50: Am Ende des Tages wird die Schnur langsam kürzer, der Drachen, der eben noch weit oben stand kommt näher.

00:20:57: Seine Bewegungen werden größer, die Details widersichtbar.

00:21:01: schließlich landet er im Gras und ist auf einmal nur noch ein leichtes Gestell mit einer bunten Bespannung.

00:21:06: doch etwas bleibt.

00:21:08: vielleicht ist es das Gefühl für eine Weile mit dem Wind verbunden gewesen zu sein?

00:21:12: Vielleicht die Erinnerung an den ersten gelungenen Start Oder die Erkenntnis, dass ein guter Moment erstaunlich wenig braucht.

00:21:21: Ein Drachen fliegt nicht davon weil eine Leine ihn hält.

00:21:24: Gerade diese Verbindung macht seinen Flug möglich.

00:21:28: Darin liegt vielleicht seine schönste Botschaft Freiheit bedeutet nicht immer völlig ungebunden zu sein.

00:21:34: Manchmal reicht es genügend Leine zu bekommen.

00:21:48: Vielleicht liegt genau darin der Reiz.

00:21:50: Kein Bildschirm, kein Motor, kein kompliziertes Gerät.

00:21:54: Stattdessen ein Blick in den Himmel, ein wenig Gefühl in die Hände und diese kurze Moment wenn dann Drachen sich fängt und plötzlich steigt.

00:22:02: Einfach schön!

00:22:04: Und damit schließt sich auch der Kreis zu unserem ersten Thema zum Apfel der nicht perfekt aussehen muss um Wut zu schmecken Denn ob alte Apfel sochten oder einen Drachen im Herbst benden?

00:22:14: Manchmal sind es gerade die einfachen Dinge die im Gedächtes bleiben.

00:22:19: Und damit sind wir schon am Ende dieser Folge angekommen!

00:22:23: Beide Beiträge, die Sie heute gehört haben, stammen aus unserem Momente-Magazin.

00:22:27: Das finden sie unter tank.rast.de Schrägtrich Magazin.

00:22:33: Dort gibt es über zweiundfünfzig weitere spannende Beiträge rund um Reise, Auto und Innovation.

00:22:39: Schauen Sie doch bitte mal rein – das lohnt sich.

00:22:42: Mein Name ist Dietmar Thomas.

00:22:43: Bis zunächst Pause unterwegs und vielleicht bis zur nächsten Geschichte hier in der Audioausgabe vom Moment.

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