Momente – die Audioausgabe #7
Shownotes
In dieser Folge geht es um zwei sehr unterschiedliche Momente des Unterwegsseins: um eine Betrugsmasche, die Reisende auf der Straße unter Druck setzen soll — und um ein Getränk, das mit seiner Einfachheit fast beiläufig zum Lebensgefühl geworden ist.
Der erste Beitrag erklärt den sogenannten Spiegeltrick. Dabei behaupten Betrüger, ihr Außenspiegel sei beim Vorbeifahren beschädigt worden, bauen Druck auf und fordern häufig sofort Bargeld. Die Folge zeigt, warum diese Masche gerade in Stresssituationen funktioniert — und wie man ruhig, sicher und richtig reagiert: nicht am Straßenrand verhandeln, nicht bar zahlen, Abstand halten und Polizei oder Versicherung einschalten. Grundlage ist der Sprechtext zum Spiegeltrick.
Im zweiten Beitrag wird es leichter, erfrischender und alltagsnäher. Die Schorle steht im Mittelpunkt: ein Getränk zwischen Wasser und Saft, zwischen Gewohnheit und Geschmack, zwischen kurzer Pause und regionalem Lebensgefühl. Von der Apfelschorle über Weinschorle bis zu fruchtigen Varianten zeigt der Beitrag, wie viel in einem scheinbar einfachen Mischgetränk stecken kann. Grundlage ist der Sprechtext zur Schorle.
Eine Folge über Aufmerksamkeit und Erfrischung, über klare Entscheidungen in unangenehmen Situationen — und über die kleinen Dinge, die unterwegs guttun.
Transkript anzeigen
00:00:02: Willkommen bei Momente, die Audi-Ausgabe.
00:00:05: Schön dass sie da sind!
00:00:07: Wir haben für Sie ausgewählte Texte aus unserem Momentemagazin vertont.
00:00:12: Geschichten über das Unterwegssein, über kleine Pausen, über Gedanken, die man gerne mitnimmt – ins Auto in den Zug auf einen Spaziergang oder einfach in einem ruhigen Moment zwischendurch.
00:00:24: Dieses Format ist bewusst reduziert kein großes Studio, kein aufwendiges Setup sondern einfach gute Inhalte ruhig erzählt und gut hörbar.
00:00:34: Mein Name ist Dietmar Thomas, Leiter Corporate Communications & Digital Media von Tag und Rast.
00:00:40: Ich freue mich dass Sie sich diesen Moment nehmen und wünsche Ihnen jetzt viel Freude mit den heutigen Geschichten aus dem Momente-Bagazin.
00:00:53: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die unterwegs in Unterschied machen Ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit ein Bauchgefühl eine Pause zur richtigen Zeit oder ein Getränk das gar nicht viel will außer genau jetzt zu passen.
00:01:08: In dieser Ausgabe von Momente, die Audiausgabe geht es deshalb um zwei sehr unterschiedliche Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben und doch erzählen beide etwas über das Unterwegssein – über Situationen in denen man Ruhe bewahren sollte und über Augenblicke, in denen gerade das einfache besonders gut tut.
00:01:30: Unser erstes Thema beginnt mit einem Schreckmoment Man ist unterwegs, vielleicht schon eine ganze Weile auf der Straße.
00:01:37: Die Gedanken sind per Ziel bei der nächsten Pause oder einfach beim Verkehr und plötzlich gibt es dieses Geräusch – ein Knall!
00:01:45: Ein anderes Autotort auf Lichthupe, Hupen, Gesten….
00:01:49: Der Vorwurf da sei etwas passiert.
00:01:52: Genau hier setzt eine Betugsmasche an von der Automobilclub seit Jahren warnen, der sogenannte Spiegel-Trick.
00:02:00: Und der funktioniert nicht weil Menschen leichtsinnig sind sondern weil sie in einem unsicher Moment korrekt handeln wollen.
00:02:11: Es gibt Momente auf Reisen, da ist der Urlaub plötzlich weit weg.
00:02:15: Gerade eben ging es noch um die nächste Ausfahrt – um den ersten Kaffee auf der Strecke, um die Frage ob die Kinder auf der Rückbank endlich eingeschlafen sind oder darum wie viele Kilometer es bis zum Ziel sind.
00:02:27: und dann kommt dieser eine Schlag hart laut unerwartet.
00:02:32: kein großer Unfall, kein dramatischer Aufprall Aber genug damit der Kopf sofort zur Seite geht.
00:02:38: Der Blick wandert in den Spiegel, der Puls steigt.
00:02:42: Hinter einem taucht ein Auto auf – Lichthupe!
00:02:44: Hupen.
00:02:45: Ein Fahrer gestikuliert Wild Er zeigt auf seinen Außenspiegel Dann auf das eigene Auto dann nach vorne anhalten sofort.
00:02:54: Genauso beginnt eine Betrugsmasche auf die Reisende immer wieder hereinfallen Der sogenannte Spiegeltrick.
00:03:01: Die Idee dahinter ist einfach Und gerade deshalb so wirksam.
00:03:06: Betrüger behaupten, ihr Außenspiegel sei beim Vorbeifahren beschädigt worden.
00:03:10: Damit die Geschichte glaubwürdig wirkt, erzeugen sie vorher oft selbst ein Geräusch.
00:03:14: Zum Beispiel indem Sie einen kleinen Gegenstand gegen das vorbeifahrende Auto werfen.
00:03:19: Für die Betroffenen.
00:03:20: fühlt sich das in diesem Moment echt an!
00:03:23: Da war ein Knall.
00:03:25: Da ist ein aufgebrachter Fahrer... da ist ein angeblicher Schaden und da ist sofort diese Frage im Kopf.
00:03:32: War ich dass?
00:03:33: Genau auf diesen Moment setzen die Täter, denn wer erschrickt denkt nicht in Ruhe nach.
00:03:39: Wer müde ist will keine Komplikationen und wer im Ausland unterwegs ist vielleicht mit Sprachbarrieren fremden Verkehrsregeln und einer langen Strecke in den Knochen möchte vor allem eines Die Situation schnell beenden.
00:03:53: Sobald beide Fahrzeuge stehen wird der Druck größer.
00:03:56: Der andere Fahrer redet schnell manchmal laut manchmal aggressiv.
00:04:01: Er zeigt auf einen Kratzer, einem beschädigten Spiegel oder eine Stelle am Auto die schon vorher so aussah.
00:04:08: Dann fordert er Geld – nicht später!
00:04:10: Nicht über die Versicherung, nicht nach einer Prüfung sondern sofort, am besten bar.
00:04:16: Eine schnelle Einigung, so klingt es.
00:04:18: dann sei doch für alle das einfachste.
00:04:21: In Wahrheit ist genau diese Schnelligkeit der Kern der Masche Denn sobald betroffene Zeit haben Fragen zu stellen die Polizei zu rufen oder den Schaden in Ruhe zu prüfen Funktioniert der Trick nicht mehr.
00:04:32: Der Spiegel-Trick ist keine neue Betrugsmasche.
00:04:34: Automobilclubs warnen schon seit Jahren davor, vor allem auf beliebten Urlaubsrouten in den Süden.
00:04:40: Trotzdem funktioniert er noch immer – nicht weil Reisende leichtsinnig sind, sondern weil viele Menschen sich korrekt verhalten wollen!
00:04:47: Niemand möchte nach einem möglichen Unfall einfach weiterfahren.
00:04:51: Niemand will Fahrerflucht begehen.
00:04:53: Niemands möchte sich aus der Verantwortung stehlen wenn tatsächlich etwas passiert sein könnte….
00:04:59: Und genau dieses Verantwortungsgefühl nutzen Betrüger aus.
00:05:03: Dazu kommt, eine Autoreise ist anstrengend!
00:05:06: Man ist konzentriert aber nicht unbedingt wach für Betrug.
00:05:09: Die Gedanken springen zwischen Navi, Tempolimit, Tankanzeige, Mautspur und der nächsten Pause hin-und her.
00:05:16: Vielleicht sind die Kinder unruhig?
00:05:18: Vielleicht ist der Kofferraum voll?
00:05:19: Vielleicht liegt schon eine lange Strecke hinter einem... ...und dann steht plötzlich ein fremder Mensch vor dem Auto.
00:05:25: Aufgebracht, fordernd, scheinbar im Recht.
00:05:29: In solchen Momenten geht es nicht mehr nur um Fakten.
00:05:32: Es geht um Druck, um Unsicherheit und um den Wunsch dass diese unangenehme Situation endlich vorbei ist!
00:05:39: Viele zahlen dann nicht weil sie wirklich überzeugt sind Schuld zu sein.
00:05:42: Sie zahlen weil sie Ruhe wollen.
00:05:45: Genau deshalb ist der wichtigste Schutz Nicht in diese Dynamik einsteigen.
00:05:50: Wer während der Fahrt bedrängt wird sollte sich nicht an einen Ort drängen lassen an dem der andere Fahrer die Kontrolle hat Ein Seitenstreifen Eine einsame Ausfahrt, ein leerer Parkplatz.
00:06:01: Das sind schlechte Orte für eine Klärung!
00:06:04: Dort gibt es wenig Abstand, wenig Zeugen, wenig Sicherheit.
00:06:07: Besser ist es ruhig weiterzufahren sofern das gefahrlos möglich ist und erst dort anzuhalten wo andere Menschen sind – an einer Rastanlage, an einer Tankstelle auf einem größeren gut einsehbaren Parkplatz.
00:06:20: nicht weil dort automatisch alles sicher ist sondern weil Öffentlichkeit den Druck verändert.
00:06:25: Dort kann man die Situation sortieren Motor aus, Türen verriegeln Fenster nur einen Spalt öffnen Nicht hektisch aussteigen Keine Diskussion quer über den Parkplatz keine Geldbörse in der Hand.
00:06:38: Wer mit Familie unterwegs ist sollte kurz und klar sagen was jetzt passiert.
00:06:42: Wir bleiben ruhig wir zahlen nichts.
00:06:45: Wir rufen Hilfe.
00:06:46: das klingt nüchtern Aber genau diese Nüchterheit ist in diesem Moment der beste Schutz.
00:06:53: Der wichtigste Satz lautet wir rufen die Polizei.
00:06:57: Dieser Satz ist so wirksam, weil er die Inszenierung der Betrüger unterbricht.
00:07:01: Der Spiegeltrick funktioniert nur, solange alles informell bleibt – ohne Zeugen, ohne Protokoll, ohne Versicherung, ohne offizielle Stelle!
00:07:12: Sobald Betroffene darauf bestehen, die Polizei einzuschalten, verlieren viele Täter das Interesse.
00:07:18: Genauso wichtig ist kein Bargeld.
00:07:21: Nicht als Entschuldigung nicht als Vorschuss, nicht als schnelle Lösung.
00:07:25: Wer am Straßenrand bezahlt, hat später kaum einen Nachweis.
00:07:28: Und meistens auch keine Gewissheit das überhaupt ein echter Schaden entstanden ist.
00:07:33: Auch auf lange Diskussionen sollte man sich nicht einlassen.
00:07:36: Je länger die Auseinandersetzung dauert desto größer wird der Druck.
00:07:40: Besser sind kurze klare Sätze.
00:07:41: ich zahle nicht bar.
00:07:43: Wir klären das über die Polizei.
00:07:45: bitte halten sie Abstand.
00:07:46: Ich dokumentiere Kennzeichen und Ort.
00:07:49: Es geht nicht darum besonders schlagfertig zu sein.
00:07:52: Es geht darum, ruhig zu bleiben und nicht die Rolle zu übernehmen, die der Betrüger einem zugedacht hat.
00:07:58: Im Ernstfall helfen ein paar einfache Dinge Das Kennzeichen notieren Den Fahrzeugtyp merken Ort-und Uhrzeit festhalten.
00:08:05: Wenn es sicher möglich ist Fotos machen Vom eigenen Auto vom anderen Fahrzeug Und vom angeblichen Schaden Aber nicht um jeden Preis.
00:08:14: Kein Foto ist wichtiger als Abstand.
00:08:17: Wer sich bedroht fühlt bleibt im Auto und ruft den Notruf.
00:08:20: In Europa ist die eins, einst zwei die zentrale Notrufnummer.
00:08:23: Hilfreich ist außerdem vor einer Urlaubsfahrt die Nummer der eigenen Versicherung oder des Schutzbriefanbieters im Handy zu speichern – nicht irgendwo in den Reiseunterlagen, nicht im Kofferraum sondern dort wo man sie unter Stress schnell findet!
00:08:37: Auch einen kurzer Blick auf das eigene Fahrzeug kann helfen.
00:08:41: Gibt es überhaupt eine frische Beschädigung?
00:08:43: Passt der angebliche Schaden zur Situation?
00:08:46: Gibt Es Spuren, die plausibel sind?
00:08:49: Solche Fragen lassen sich nicht klären, während jemand neben einem laut wird.
00:08:53: Deshalb gilt erst an einen sicheren Ort fahren dann prüfen.
00:08:59: Natürlich soll niemand nach diesem Beitrag hinter jedem hupenden Auto einen Betrüger vermuten.
00:09:04: Echte Missverständnisse im Verkehr gibt es kleine Rempler enge Situationen beschädigte Spiegel all das kann passieren.
00:09:11: aber gerade deshalb ist es wichtig ruhig zu bleiben und sauber vorzugehen Nicht hektisch werden nicht am Straßenrand verhandeln Nicht barzahlen.
00:09:20: Wer Abstand hält, einen sicheren Ort anfährt und auf Polizei oder Versicherung besteht lässt Betrüger ins Leere laufen Dann bleibt der Schreck ein kurzer Moment auf der Reise Und nicht der Anfang einer teuren Abzocke.
00:09:39: Nach diesem eher ernsten Thema weg sind wir jetzt bewusst die Perspektive Denn unterwegs zu sein bedeutet nicht nur Aufmerksam zu bleiben und in schwierigen Situationen einen klaren Kopf zu behalten Es bedeutet auch Zwischendurch kleine Pausen zu finden, Momente in denen der Puls wieder runtergeht.
00:09:57: In denen es nicht um Druck, Strecke oder Tempo sondern einfach um Erfrischung geht.
00:10:04: und manchmal braucht es dafür gar nicht viel.
00:10:06: ein Glas etwas Frucht etwas Sprul.
00:10:10: Und schon sind wir bei einem Getränk das fast jeder kennt und dass trotzdem erstaunlich viele Varianten hat Der Schäule.
00:10:23: Manche Getränke wollen auffallen.
00:10:25: Sie kommen mit besonderen Zutaten, mit neuen Namen.
00:10:29: Mit Farben die nach Trend aussehen und mit dem Versprechen irgendwie anders zu
00:10:34: sein.".
00:10:35: Die Schorle macht das nicht – sie steht meistens einfach da!
00:10:39: Zwischen Wasser- und Limo.
00:10:41: Zwischen Saft-und Sprudel.
00:10:43: Zwischendurch nehme ich nur etwas Leichtes?
00:10:46: Und genau das habe ich jetzt gebraucht.
00:10:50: Vielleicht überseht man sie gerade deshalb so leicht….
00:10:53: Denn eine Schorle ist selten die große Entscheidung.
00:10:56: Sie ist eher der Griff, der ohne viel Nachdenken funktioniert – nach dem Sport, beim Essen im Sommer unterwegs oder einfach dann wenn Wasser zu wenig und Saft zuviel wäre.
00:11:08: Dabei steckt in diesem einfachen Getränk mehr als man ihm auf den ersten Blick ansieht.
00:11:14: Manchmal entscheidet das Mischverhältnis, manchmal die Kohlensäure, manchmal.
00:11:22: So entsteht aus zwei Zutaten etwas, das fast alle kennen.
00:11:25: Und trotzdem trinkt es jeder ein bisschen anders – eine Schorle folgt keinem festen Rezept!
00:11:32: Genau darin liegt ihr Reiz.
00:11:34: Mal ist sie näher am Saft, mal näher im Wasser, mal prickelt sie kräftig, mal nur ganz leicht.
00:11:40: Was ins Glas kommt hängt vom Moment ab, vom Wetter, vom Essen, vom Durst oder einfach vom eigenen Geschmack.
00:11:48: Saft allein kann schnell zu viel sein Wasser dagegen manchmal zu wenig.
00:11:54: Die Schorle liegt dazwischen, sie bringt Geschmack mit bleibt aber unaufdringlich!
00:11:59: Nicht ganz süß nicht ganz schlicht sondern meistens ziemlich passend.
00:12:03: das klingt einfach und dass ist es auch.
00:12:06: Aber manchmal reicht genau das ein paar aufsteigende Bläschen im Glas klirrende Eiswürfel der erste kalte Schluck nach einem langen Tag Und dieses kurze Gefühl jetzt isst erst einmal Pause.
00:12:20: Besonders deutlich wird das bei der Apfelschorle.
00:12:23: Sie ist vielleicht die bekannteste alkoholfreie Schorle in Deutschland.
00:12:27: Das liegt auch am Apfel selbst – sein Geschmack ist vertraut, für viele ist er sofort wieder zu erkennen.
00:12:36: Apfelshorle taucht in ganz unterschiedlichen Momenten auf nach dem Sport beim Picknick, auf dem Kindergeburtstag oder auf der langen Autofahrt in den Urlaub.
00:12:47: Für viele hängen daran auch Erinnerungen an die Flasche aus dem Getränkekasten, an die Hüttenpause bei der Wanderung oder an ein Glas auf dem Abendbrot-Tisch.
00:12:59: Die Schorle macht aus solchen Momenten keine große Szene – aber sie macht sie ein bisschen besser!
00:13:04: Und trotzdem trinkt sie nicht jeder gleich.
00:13:07: Manche mögen Natur trüben Saft andere klaren.
00:13:10: Die einen mischen kräftiger, die anderen heller.
00:13:14: Für manche muss sie stark prickeln für andere reicht ein leises Sprudeln im Glas.
00:13:19: Schon bei der Apfelschorle zeigt sich, so eindeutig dieser Klassiker wirkt, so unterschiedlich kann er schmecken.
00:13:27: Vielleicht ist genau das ihr Geheimnis?
00:13:30: Sie drängt sich nicht nach vorn – aber sie ist da wenn man sie braucht!
00:13:35: Schon beim Namen beginnt die Schorle, sich nicht ganz festzulegen.
00:13:38: Woher das Wort genau kommt, ist nicht abschließend geklärt.
00:13:42: Vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit dem älteren Begriff «Schorlemorle».
00:13:48: Damit bezeichnete man früher ein Mischgetränk aus Wein und Wasser.
00:13:51: Ganz sicher ist das aber nicht!
00:13:54: Auch sprachlich, ist die Schorle nicht überall gleich.
00:13:57: Meist sagt man… Die Schorleh.
00:14:00: Mancher Orts hört man aber auch … Das Schorhleh.
00:14:03: Und sobald Wein ins Spiel kommt wird es noch regionaler.
00:14:07: Dann begegnen einem Begriffe wie gespritster oder spritzer.
00:14:12: Mal wird die Weinschorles sauer getrunken – also mit Wasser Mal süß, also mit Limonade.
00:14:19: In manchen Gegenden ist sie fest verankert.
00:14:22: Anderswo steht sie eher nebenbei auf der Karte.
00:14:25: Schon daran merkt man bei Schorle geht es nicht nur um Geschmack.
00:14:29: Es geht auch um Gewohnheit, um Region und manchmal sogar um Haltung.
00:14:35: Besonders sichtbar wird das in der Pfalz.
00:14:37: Während manche bei Wein-Schorle eher an verdünnten Wein denken sehen die Pfälzerinnen und Pfälzer das deutlich entspannter.
00:14:47: Dort ist die Schorle nicht einfach nur eine Mischung aus Wein und Wasser.
00:14:51: Sie gehört zum Weinfest, zum Sommer, zum Draußensitzen, zum Gespräch am Stetisch – und oft kommt sie im Doppelglas auf den Tisch!
00:15:00: Das ist dieses typische Glas mit den kleinen Vertiefungen, den sogenannten Duppen.
00:15:05: Das Duppe-Glas ist mehr als nur praktisch.
00:15:08: Es gehört zum Bild dazu.
00:15:10: Es liegt gut in der Hand, es wirkt robust … Und es sieht sofort nach Pfals aus….
00:15:16: Wer dort eine Schorle bestellt, bestellt immer auch ein Stück Pfalz mit.
00:15:20: Manchmal sauer, manchmal süß – je nachdem wie man es gewohnt ist und beim Mischverhältnis.
00:15:26: da gibt es zwar Empfehlungen aber vor allem gibt es Überzeugungen und wahrscheinlich mindestens genauso viele Diskussionen.
00:15:33: dann gibt es noch den Pershing.
00:15:35: der Name klingt nach pfirsig gemeint ist aber eine süße Wein-Schorlen-Variante.
00:15:41: dabei trifft Weißherbst häufig aus der Portugieser Rebe auf Orangenlimonade.
00:15:47: Auch das zeigt, Schorle ist nicht überall gleich – sie nimmt auf was vor Ort beliebt ist!
00:15:53: Den Wein, das Wasser die Limonade den Dialekt und manchmal sogar das Glas.
00:15:58: Apfel-und-Wein sind gesetzt aber Sie sind längst nicht die einzigen Möglichkeiten.
00:16:03: auch andere Früchte haben es zu Schorles gebracht.
00:16:06: Rhabarber zum Beispiel bringt Säure und eine gewisse Kantigkeit mit Johannesbärre ist intensiver und dunkler Traube wirkt voller Holunder eher blumig.
00:16:16: Orange oder Maracuya gehen wieder in eine ganz andere Richtung.
00:16:20: Manche Sorten sind so kräftig, dass schon wenig Saft reicht.
00:16:24: Andere brauchen etwas mehr Frucht, damit sie im Sprudel nicht untergehen.
00:16:28: Die Grundidee bleibt dieselbe – aber das Ergebnis kann sehr unterschiedlich schmecken!
00:16:33: Eine Rhabarberschorle wirkt anders als eine Traubenschorle.
00:16:38: Johannesbäre?
00:16:39: Anders als Holunder.
00:16:41: Und wer einmal Maracuja mit Sprudeln im Glas hatte merkt schnell, Schorle muss nicht immer zurückhaltend sein.
00:16:48: Auch der Blick über die Grenze lohnt sich!
00:16:51: Denn die Idee Frucht mit Wasser leichter zu machen gibt es nicht nur in Deutschland.
00:16:57: In Österreich und der Schweiz kennt man Apfelsaft gespritzt ebenfalls.
00:17:01: Der Name ist anders Die Richtung ist vertraut.
00:17:04: Noch etwas weiter weg sieht es wieder anders aus.
00:17:07: In Mexiko und anderen Teilen Lateinamerikas gibt es Aguas Frescas.
00:17:12: Übersetzt bedeutet das so viel wie kühles oder frisches Wasser.
00:17:16: Häufig werden dafür pürierte Früchte mit Wasser gemixt, leicht gesüßt und mit etwas Limettensaft abgeschmeckt.
00:17:22: Das ist keine Schorle im deutschen Sinn Aber der Gedanke ist ähnlich Frucht wird leichter Wasser bekommt Geschmack Und aus etwas einfachem wird eine Erfrischung.
00:17:34: Mal steht Wassermelone im Mittelpunkt mal Limette mal Hibiscus mal Tamarinde Mal mit Kohlensäure, mal ohne.
00:17:43: Andere Länder andere Säfte.
00:17:46: Aber am Ende geht es oft um dieselbe Frage Wie viel Frucht braucht ein Getränk, um mehr zu sein als Wasser und trotzdem leicht zu bleiben?
00:17:55: Ein weiterer Unterschied zeigt sich beim Mischen selbst.
00:17:59: Wer seine Schorle Zuhause macht entscheidet alles selbst!
00:18:03: Wieviel Saft wieviel Wasser Wieviel Kohlensäure?
00:18:06: Wie kalt soll sie sein?
00:18:08: Ein paar Eiswürfel Ein beschlagenes Glas, vielleicht eine Scheibe Zitrone oder Orange dazu.
00:18:14: Viel mehr braucht es oft nicht.
00:18:16: Fertig abgefüllte Schorlen haben einen anderen Vorteil – sie sind verlässlich!
00:18:21: Man weiß ungefähr was man bekommt.
00:18:23: Sie stehen gekühlt im Regal, lassen sich einfach mitnehmen und passen in den Alltag vieler Menschen die unterwegs nicht erst mischen möchten.
00:18:31: Beides hat seinen Platz… das selbst gemischte Glas zu Hause …und die fertige Flasche für unterwegs.
00:18:38: Das eine ist persönlicher, das andere praktischer.
00:18:41: Und beides gehört zur Schorle dazu!
00:18:44: Vielleicht ist die Schorles gerade deshalb so interessant weil sie so unspektakulär wirkt?
00:18:49: Sie isst kein Getränk des Lautauftritts – kein Trend der alles verändert.
00:18:54: Sie steht eher für etwas Kleineres.
00:18:56: Für kurze Pausen, für Erfrischung, für den Schluck zwischendurch bevor es weitergeht und manchmal auch für Geselligkeit... ...für ein Glas auf dem Tisch für Gespräche, die nicht sofort wieder enden.
00:19:10: Für einen Moment den man nicht allein trinkt.
00:19:13: Vielleicht liegt genau darin ihre Stärke!
00:19:17: Zwei Zutaten reichen als Grundlage.
00:19:20: Alles andere entsteht durch Gewohnheit Vorliebe und Situation.
00:19:24: Mal ist sie vertraut.
00:19:25: Mal überraschend.
00:19:26: Mal selbst gemischt.
00:19:28: Mal fertig aus der Flasche.
00:19:30: Mal fast nur ein Hauchfrucht mal deutlich mehr.
00:19:33: So bleibt die Schorle nah am Alltag Und trotzdem nie ganz beliebig.
00:19:39: Sie macht Platz für den eigenen Geschmack und manchmal reicht genau das, damit aus einem einfachen Getränk mehr wird als Erfrischung – ein kleines Stück Lebensgefühl!
00:19:55: Vielleicht ist genau das das Schöne an der Schule?
00:19:58: Sie macht aus wenig ziemlich viel.
00:20:00: Sie ist nicht laut, nicht kompliziert, nicht besonders erklärungsbedürftig und doch passt sie in erstaunlich viele Momente nach dem Sport beim Essen im Sommer unterwegs oder einfach dann, wenn Wasser zu wenig und Saft zu viel wäre.
00:20:15: Damit schließt sich auch der Kreis dieser Ausgabe – denn ob es um einen klaren Kopf in einer unangenehmen Verkehrssituation geht oder um eine einfachen Schluckerfrischung zwischendurch oft sind es die unscheinbaren Momente, die unterwegs wichtig werden manchmal weil sie uns schützen, manchmal weil Sie uns gut tun.
00:20:37: Und damit sind wir schon am Ende dieser Folge angekommen.
00:20:40: Beide Beiträge, die Sie heute gehört haben, stammen aus unserem Momente-Magazin.
00:20:45: Das finden sie unter tank.rast.de schrägstrich magazine.
00:20:50: Dort gibt es über zweiundfünfzig weitere spannende Beiträge rund um Reise, Auto und Innovation.
00:20:57: Schauen Sie doch bitte mal rein!
00:20:58: Es lohnt sich.
00:20:59: Mein Name ist Dietmar Thomas.
00:21:01: Bis zunächst Pause unterwegs Und vielleicht bis zur nächsten Geschichte hier in der Audiausgabe von Momente.
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