Momente – die Audioausgabe #6
Shownotes
Kennen Sie das? Manchmal stolpert man im Alltag über Momente, die einen komplett aus dem Trott herausholen. Genau darum dreht sich diese Folge.
Unser erster Weg führt uns in den Hunsrück, direkt an die Hunsrückhöhenstraße. Hier, in Hermeskeil, verbirgt sich die Flugausstellung Junior – eine der außergewöhnlichsten privaten Sammlungen Europas. Wer hier vorbeifährt, staunt nicht schlecht: Über 100 Flugzeuge, Hubschrauber und Triebwerke reihen sich aneinander, vom Kampfjet bis zur begehbaren Concorde. Ein Ort voller Pioniergeist, der Lust aufs Entdecken macht.
Im zweiten Teil widmen wir uns dem großen „Wir-Gefühl“, das uns packt, wenn sportliche Großereignisse anstehen. Wenn Millionen Menschen gleichzeitig mitfiebern, Fremde zusammen jubeln und für einen kurzen Moment alle Unterschiede vergessen sind, wird klar: Sport ist weit mehr als nur ein Ergebnis auf der Anzeigetafel. Am Beispiel der Fußball-Weltmeisterschaft schauen wir darauf, warum uns diese gemeinsamen Erlebnisse so tief im Gedächtnis bleiben.
Eine Episode über unerwartete Entdeckungen am Straßenrand, die Magie des Sports und die Frage, was uns als Menschen eigentlich zusammenbringt.
Transkript anzeigen
00:00:02: Willkommen bei Momente, die Audi-Ausgabe.
00:00:05: Schön dass sie da sind!
00:00:07: Wir haben
00:00:08: für Sie ausgewählte Texte aus unserem Momentemagazin
00:00:10: vertont.
00:00:12: Geschichten
00:00:12: über das Unterweg sein,
00:00:13: über kleine Pausen, über Gedanken,
00:00:15: die man gerne mitnimmt ins Auto, in den Zug, einen Spaziergang oder einfach in
00:00:21: einem ruhigen
00:00:21: Moment zwischendurch.
00:00:24: Dieses
00:00:24: Format ist bewusst reduziert – kein großes Studio, kein aufwendiges Setup sondern einfach gute Inhalte, ruhig erzählt und gut hörbar.
00:00:34: Mein Name ist Dietmar Thomas, Leiter Corporate Communications und Digital Media von Tap und Rast.
00:00:40: Ich freue mich dass Sie sich diesen Moment nehmen und wünsche Ihnen jetzt viel Freude mit den heutigen Geschichten aus dem Momente-Bagazin.
00:00:53: Kennen sie diese Momente die einen völlig unvorberatet aus dem Alter kreisen?
00:00:58: Manchmal passieren sie ganz leise irgendwo im Nirgendwo Und manchmal teilt man sie im selben moment mit Millionen anderen Menschen.
00:01:07: Genau darum geht es heute.
00:01:09: In Hermeskeil stehen plötzlich über hundert Flugzeuge, Hubschraube und riesige Triebwerke einfach so am Straßenrand.
00:01:17: Sie erzählen von Pioniergeist, Technik und dieser ganz alten Sehnsucht nach dem Fliegen.
00:01:23: Ein ziemlich außergewöhnliches Ausflugsziel.
00:01:26: das beweist es lohnt sich auf Reisen einfach mal Sportaren rechts ranzufahren.
00:01:31: Danach wechseln wir die Kulisse und schauen auf ein Gefühl dass viele von uns diesen Sommer wieder packen dürfte dieses kollektive Mitfiebern bei einem großen Fußballturnier.
00:01:41: Warum verbindet ein Tor im Bruchteil einer Sekunde wildfremde Menschen?
00:01:45: Wie wird aus lauter Einzelnen plötzlich ein echtes Bier.
00:01:49: und warum brennen sich genau diese Momente so tief in unser Gedächtnis ein?
00:01:53: Die Antworten liefert unser Beitrag!
00:02:10: Mit tiefen Wäldern, mit sanften Hügeln.
00:02:13: Mit Burgruinen kleinen Dörfern und dieser besonderen Ruhe die man nur in Mittelgebirgslandschaften findet.
00:02:21: Man fährt über die Bundesstraße das Radio läuft leise der Blick geht über Felder und Wälden.
00:02:28: Hinter der nächsten Kurve erwartet man vielleicht ein Fachwerkhaus eine Kuhweide oder einen Wandaparkplatz.
00:02:34: Aber sicher nicht dass hier Denn plötzlich ragen hinter einer Baumreihe Leitwerke in den Himmel.
00:02:41: Silbernes Aluminium blitzt auf.
00:02:43: Mattgrüne Tarnfarben tauchen zwischen den Bäumen auf.
00:02:47: Passagiermaschinen und Kampfjets stehen nebeneinander, als hätten sie sich mitten im Hunsrück zur Pause niedergelassen.
00:02:55: Willkommen in Hermeskeil!
00:02:57: Willkommen bei der Flugausstellung Peter Junior An der Hunsrück-Höhlenstraße, der
00:03:02: B.A.B.A.,
00:03:04: wartet eine der ungewöhnlichsten Flugausstellungen Europas.
00:03:09: Mehr als einhundert Flugzeuge stehen hier auf einem riesigen Gelände.
00:03:13: Dazu kommen Hubschrauber, Triebwerke, historische Exponate und jede Menge Geschichten Und genau das macht diesen Ort so besonders.
00:03:23: Er wirkt nicht wie ein klassisches Museum Nicht wie ein steriler Bau aus Glas- und Beton in dem alles perfekt ausgeleuchtet und beschriftet ist.
00:03:32: Diese Ausstellung fühlt sich anders an Ein bisschen wie ein geheimer Flugplatz Ein bisschen wie ein Lost Place.
00:03:40: Und ein bisschen wie einen Kindheitstraum, der plötzlich am Straßenrand Wirklichkeit geworden ist.
00:03:46: Wer hier anhält macht nicht einfach nur eine Pause – er steigt für einen Moment aus dem Alltag aus und hinein in eine Welt aus Technik, Abenteuer- und Fernweh.
00:03:57: Die Geschichte dieser Ausstellung beginnt im Jahr nineteenhundertsehntzig.
00:04:01: Ihr Gründer Peter Junior war kein Luftfahrt-General und auch kein reicher Erbe einer Fluggesellschaft.
00:04:09: Er war ein Mann aus der Region, fasziniert vom Fliegen und von der Technik die Menschen in die Luft bringt.
00:04:15: Aus dieser Leidenschaft wurde im Laufe der Jahre etwas Großes – sehr großes sogar!
00:04:21: Was einmal mit einem Flugzeug begann, entwickelte sich zu einer der größten privaten Luftfahrtsammlungen Europas Und wer vor diesen Maschinen steht, ahnt schnell.
00:04:31: Das muss ein unglaublicher Kraftakt gewesen sein, denn einen Flugzeug stellt man nicht einfach in den Vorgarten.
00:04:38: Jede Maschine musste irgendwo gefunden werden auf einem Militärflugplatz an einem Flughafen oder an einem anderen Ort manchmal weit entfernt.
00:04:49: Dann musste sie erworben zerlegt und transportiert werden.
00:04:53: Tragflächen wurden abmontiert Leidwerke abgenommen Rümpfe auf Tieflader verladen.
00:05:00: Dann ging es über Autobahnen, durch enge Orte, über Landstraßen und schließlich hinauf in den Hunsrück.
00:05:07: Vor Ort wurden die Maschinen wieder zusammengesetzt Stück für Stück Schraube für Schrauben.
00:05:14: Heute wird das Museum in der zweiten Generation weitergeführt Und dieser familiäre Geist ist spürbar.
00:05:20: Die Ausstellung wirkt nicht anonym Sie wirkt persönlich.
00:05:25: Hier geht es nicht nur um technische Daten Baujahre oder Modellbezeichnungen.
00:05:30: Es geht um Leidenschaft, um Erinnerung und um die Frage warum uns das Fliegen bis heute so sehr fasziniert.
00:05:38: Das Gelände selbst ist beeindruckend groß – rund seventy-tausend Quadratmeter umfasst die Ausstellung.
00:05:45: Dazu kommen vier Hallen in denen sich weitere Exponate befinden.
00:05:50: Der Rundgang ist eine Reise durch mehr als ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte.
00:05:54: Am Anfang steht der Traum vom Fliegen.
00:05:57: In den Hallen begegnet man den frühen Pionieren.
00:06:00: Nachbauten der Gleitapparate von Ottolirien-Tal zeigen, wie fragil und mutig die ersten Versuche waren den Boden zu verlassen.
00:06:08: Holz, Leinwand, Draht – mehr brauchte es damals nicht oder besser gesagt, mehr hatte man nicht!
00:06:17: Von dort aus führt der Weg weiter zu den frühen Doppeldeckern, zu Maschinen aus den nineteenhundertzwanziger und neunzehntundertreißiger Jahren und schließlich zu den großen Symbolen des modernen Flugzeitalters.
00:06:30: Eines davon ist schon von weitem zu sehen, die Concorde.
00:06:34: In Hermes Keil steht eine originalgetreue Nachbildung des legendären Überschallflugzeugs in den Farben der Air France.
00:06:42: Sie ist so etwas wie das Wahrzeichen der Ausstellung.
00:06:45: Die echte Concorde flog einst schneller als der Schall.
00:06:49: Von Paris nach New York brauchte sie weniger als dreieinhalb Stunden.
00:06:59: Die Zukunft sei schneller, glänzender und grenzenlos.
00:07:03: In Hermeskeil kann man diese Welt tatsächlich betreten, denn die Concorde ist begehbar.
00:07:09: Innen ist sie erstaunlich eng – fast intim!
00:07:13: Kein Vergleich zu den großen Langstreckenflugzeugen von heute.
00:07:17: Und dann das Cockpit Schalter Anzeigen Instrumente Uhren Eine ganze Wand aus Technik.
00:07:25: Man bekommt sofort eine Ahnung davon welche Konzentration und welches Können nötig waren, um diese Maschine zu fliegen.
00:07:33: Neben der Concorde stehen weitere Iconen der zivilen Luftfahrt – Passagierflugzeuge aus den Jahrzehnten des Wirtschaftswunders, Kurzstreckenmaschinen die den europäischen Regionalverkehr prägten, Charterflugzeuge, die in den nineteenhundertsechziger- und neunzehnhundertsiebzigerjahren Menschen in den ersten großen Urlaub in den Süden brachten.
00:07:54: Diese Maschinen erzählen von einer Zeit, in der Fliegen noch etwas Feierliches hatte.
00:07:59: Man zog sich schick an!
00:08:01: Man ding nicht einfach an Bord – man trat eine Reise an.
00:08:06: Für viele Menschen war der erste Flug ein Ereignis, an das sie sich ein Leben lang erinnerten.
00:08:12: Doch Hermes Keil zeigt nicht nur die civile Luftfahrt.
00:08:15: Ein großer Teil der Ausstellung widmet mit sich auch militärischen Maschienen.
00:08:19: Auf dem Außengelände stehen Kampfjets, Abfangjäger Aufklärer und Bomber aus verschiedenen Ländern und Jahrzehnten.
00:08:27: Hier wird der kalte Krieg plötzlich greifbar.
00:08:30: Westliche Starfighter stehen nicht weit entfernt von Mix-Sovietischer Bauart, Maschinen die einst für unterschiedliche Systeme Bündnisse und Weltbilder standen Stehen heute friedlich nebeneinander im Hund zurück Und wenn man nah an sie herantritt verändert sich der Blick.
00:08:48: Man sieht Ruhsspuren an den Triebwerken Nieten rein an den Tragflächen Verwitterte Lackflächen, kleine Spuren der Zeit.
00:08:58: Die Jets wirken nicht mehr bedrohlich – eher wie schlafende Dinosaurier aus Metall Gewaltige technische Zeugen einer vergangenen Epoche.
00:09:07: Auch Hubschrauber gehören zur Sammlung Rettungshubschrauber, Transport-Hubschrauber Kleine Modelle mit Glaskanzel und filigranem Heckausleger Große Maschinen die wirken als könnten sie noch immer schwere Lasten über Berge und Täler tragen.
00:09:23: Wer tiefer in die Technik eintauchen möchte, findet in den Hallen außerdem rund sechzig Flugmotoren und Triebwerke.
00:09:31: Das ist vielleicht die Herzkammer des Museums.
00:09:34: Dort stehen filigrane Sternmotoren aus der frühen Propellerzeit.
00:09:38: Man sieht Zylinder, Leitungen, Mechanik Daneben gewaltige Triebewerke moderner Passagierjets So groß dass ein erwachsener Mensch mühelos darin stehen könnte.
00:09:50: Hier wird spürbar welche Kraft nötig ist um tonnenschwere Maschinen in die Luft zu heben.
00:09:55: Aber was Hermes Keil so besonders macht, ist nicht nur die Sammlung selbst – es ist auch die Art wie sie präsentiert wird!
00:10:02: In vielen Technikmuseen stehen Flugzeuge in klimatisierten Hallen perfekt ausgeleuchtet, perfekt restauriert, markellos.
00:10:12: In Hermes-Keil stehen viele Maschienen draußen auf Gras unter freiem Himmel zwischen Bäumen und Wolken im Wind und Wetter.
00:10:22: Im Frühjahr blüht Löwenzahn zwischen den Fahrwerken.
00:10:25: Im Sommer flimmert die Hitze über den Tragflächen, im Herbst peitscht der Regen gegen Cockpit-Scheiben und im Winter legt sich Schnee auf Flügel und Rümpfe.
00:10:35: Das verändert die Atmosphäre.
00:10:37: Die Flugzeuge wirken nicht wie Ausstellungsstücke hinter Glas.
00:10:40: Sie wirken wie Maschinen mit Geschichte.
00:10:43: Der Lack ist an manchen Stellen ausgeblichen.
00:10:46: Hier und da sieht man Moos Patina Spuren der Zeit.
00:10:51: Das hat etwas Melancholisches, aber auch etwas Wunderschönes.
00:10:55: Es ist als würde die Natur langsam mit der Technik ins Gespräch kommen.
00:11:00: Für Fotografen ist dieser Ort ein Geschenk – Die klaren Linien der Flugzeuge vor den weichen Formen von Bäumen und Wolken, das Licht am Morgen, die langen Schatten am Abend, die Heckflossen, die sich gegen den Himmel abzeichnen.
00:11:15: Je nach Tageszeit sieht das Museum völlig anders aus Aber man muss kein Technik-Experte sein, um von diesem Ort berührt zu werden.
00:11:23: Man muss keine Typenbezeichnungen kennen – man muss nicht wissen wie viel Schub ein Triebwerk erzeugt!
00:11:29: Man muss auch keine Seriennummern vergleichen.
00:11:32: Denn Flugzeuge sind mehr als Maschinen.
00:11:35: Sie stehen für Aufbruch, für das Verlassen des Bodens.
00:11:38: Für den Moment in dem die Welt unter einem kleiner wird.
00:11:42: Für das Versprechen dass hinter dem Horizont etwas Neues wartet.
00:11:47: Wenn man in Hermeskeil vor einer alten Passagiermaschine steht, beginnt im Kopf automatisch ein Film.
00:11:53: Wer ist wohl einmal mit dieser Maschine geflogen?
00:11:56: War es eine Geschäftsreise in den Neunzehnhundertsebzigerjahren?
00:12:00: Der erste Urlaub auf Mallorca?
00:12:02: Ein Abschied?
00:12:03: Ein Wiedersehen?
00:12:04: Eine Reise die ein Leben verändert hat?
00:12:07: Jedes Flugzeug hat unzählige Menschen getragen und damit auch unzähliere Geschichten!
00:12:13: Vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Ausstellung so viel Fernweh auslöst.
00:12:18: Man steht mitten im Hunsrück und denkt plötzlich an New York, Paris, Tokyo oder irgendeinen kleinen Flughafen am Meer.
00:12:27: Gleichzeitig passt dieser Ort perfekt zur Straße, an der er liegt.
00:12:31: Die B-Behreihrhundertswanzig ist selbst eine Reisestrecke – eine Straße die Bewegung bedeutet!
00:12:37: Wer hier unterwegs ist fährt vielleicht nicht in den Urlaub aber er isst auf dem Weg Und dann tauchen plötzlich diese Flugzeuge auf.
00:12:46: Hermes Keil ist auch deshalb ein ideales Ausflugsziel, weil es über Generationen hinweg funktioniert.
00:12:52: Kinder staunen über die Größe der Maschinen.
00:12:55: Für sie ist ein Flugzeug nicht zuerst ein technisches System.
00:12:59: Es ist ein Abenteuer Ein riesiges Objekt in das man einsteigen Das man erkunden und mit Fantasie füllen kann.
00:13:07: Wer als Kind unter dem Bugrad einer Concorde steht und nach oben schaut braucht keine lange Erklärung.
00:13:13: Hier staunt man automatisch.
00:13:15: Ältere Besucherinnen und Besucher erleben den Ort oft anders, für sie ist das Museum manchmal eine Reise zurück.
00:13:23: Vielleicht steht dort ein Hubschrauber-Typ, den Sie aus Ihrer Bundeswehrzeit kennen oder ein Passagierflugzeug mit dem Sie vor Jahrzehnten in den Süden geflogen sind?
00:13:32: So entstehen Gespräche!
00:13:34: Ein Großvater erklärt seinem Enkel wie Navigation funktionierte bevor es GPS und Smartphones gab Mit Kompass, Funkfeuer und Papierkarten.
00:13:45: Eltern erzählen von ihren ersten Flügen.
00:13:47: Kinder stellen Fragen auf die Erwachsene manchmal erst einmal selbst eine Antwort suchen müssen.
00:13:53: Das Museum wird so zu einer Brücke zwischen den Zeiten, zwischen den Generationen Und zwischen dem was einmal war und dem was uns bis heute zum Staunen bringt.
00:14:04: Vielleicht ist genau das die größte Stärke dieses Ortes.
00:14:08: er erklärt nicht nur die Welt der Luftfahrt Er lässt sie spürbar werden.
00:14:13: In den alten Cockpits, in den gewaltigen Tragflächen... ...in die Geschichten der Menschen, die mit diesen Maschinen gereist sind,... ...in ihnen gearbeitet oder von ihnen geträumt haben.
00:14:25: Und am Ende merkt man diese Flugausstellung ist kein Ort an dem Flugzeuge einfach nur abgestellt wurden.
00:14:32: Es ist ein Ort, an dem Erinnerungen landen Ein Ort, bei dem Technik plötzlich menschlich wird.
00:14:38: Und es ist ein Ort, der zeigt dass die große weite Welt manchmal nicht am Flughafen beginnt sondern ganz unerwartet.
00:14:45: Am Straßenrand mitten im Hunsrück.
00:14:49: Wer hier anhält verliert keine Zeit er gewinnt eine Geschichte.
00:14:58: Ein hangarvoller Flugzeuge im Hunnsrück.
00:15:01: das erzählt natürlich vom Aufbruch von Weite und der Lust den eigenen Horizont zu erweitern aber vor allem zeigt es wie gut es tut mal kurz aus dem Trott auszubrechen.
00:15:11: nur Solche Momente brauchen nicht immer eine weite Reise oder einen skurrilen Ort.
00:15:16: Manchmal reicht ein einziges Spiel.
00:15:19: Ein Tor, ein kollektiver Jubelschrei und plötzlich liegen sich Menschen in den Namen die sich noch nie im Leben gesehen haben.
00:15:26: Große Sportturniere haben genau diese emotionale Wucht!
00:15:30: Sie schweißen uns zusammen und für ein paar Wochen wird aus vielen Ichs ein großes Wir.
00:15:36: Warum ist das so packt?
00:15:37: Und weshalb wir noch Jahre später genau wissen Wo wir bei diesem einen Spiel waren, darum geht es jetzt in unserem zweiten Beitrag.
00:16:14: Rufen, klatschen sich ab.
00:16:16: Manche liegen sich sogar in den Armen.
00:16:19: Dabei haben sie sich wenige Minuten vorher vielleicht noch gar nicht wahrgenommen Jetzt aber reagieren Sie als würden sie sich schon lange kennen Als hätten sie gerade gemeinsam etwas erlebt das man allein gar nicht richtig verstehen kann.
00:16:31: Genau darin liegt der Zauber großer Turniere.
00:16:34: Natürlich geht es um Sport Um Tore, Punkte, Siege und Niederlagen Aber es geht eben nicht nur darum was auf dem Platz passiert Es geht auch um das, was drum herum entsteht.
00:16:45: Für eine Weile verschiebt sich der Alltag.
00:16:47: Viele Menschen schauen auf dieselbe Szene – sie sprechen über die selbe Entscheidung!
00:16:52: Sie ärgern sich über denselben Pfiff und sie hoffen auf dasselbe Ergebnis.
00:16:57: Menschen, die sonst kaum Fußball schauen, kennen plötzlich Anstoßzeiten, Gruppentabellen und Aufstellungen.
00:17:03: Wer sonst nur nebenbei zusieht, diskutiert auf einmal mit einer Überzeugung als hätte er jahrelang Taktiktafeln studiert.
00:17:10: Große Turniere machen etwas mit uns.
00:17:13: Sie holen den Sport aus seiner eigenen Welt heraus und tragen ihn mitten hinein in den Alltag!
00:17:19: Wie stark dieses Gefühl sein kann, hat das Sommermärchen-Zweitausendsechs gezeigt.
00:17:24: Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ist vielen bis heute in Erinnerung geblieben – nicht nur wegen der Spiele sondern vor allem wegen der Stimmung.
00:17:32: Schwarz-Rot Gold war plötzlich überall An Autos an Fenstern auf Wangen Schultern und T-Shirts.
00:17:39: Bars und Restaurants waren voll.
00:17:41: In den Innenstädten wurde gejubelt, auf den Straßen wurde diskutiert.
00:17:46: Für ein paar Wochen wirkte das Land leichter Offener Und ein bisschen näher zusammen gerückt.
00:17:51: Ein ähnliches Gefühl gab es ein Jahr später beim sogenannten Wintermärchen der Handbeinationalmannschaft Volle Hallen.
00:17:58: Große Emotionen Ein Lied, dass plötzlich fast alle kannten.
00:18:03: Auch bei Olympischen und Paralympischen Spielen passiert das immer wieder.
00:18:07: Sportarten, die im Alltag oft wenig Aufmerksamkeit bekommen stehen plötzlich im Mittelpunkt.
00:18:12: Menschen fiebern mit, lernen Namen, verstehen Regeln und sprechen über Medaillen Halbfinals oder Bestzeiten als hätten sie nie etwas anderes gemacht.
00:18:21: Das ist vielleicht das Besondere an solchen Ereignissen.
00:18:25: Sie machen aus Sport ein gemeinsames Erlebnis Und solche gemeinsamen Erlebnisse sind seltener geworden.
00:18:31: Das liegt auch daran wie wir heute Medien nutzen.
00:18:34: Vieles ist jederzeit verfügbar.
00:18:36: Serien schaut jeder dann, wenn es gerade passt.
00:18:39: Filme werden gestreamt Beiträge werden später angesehen.
00:18:43: Was früher fest im Fernsehprogramm lief kann heute auf Abruf gestartet werden.
00:18:48: Auch viele Begegnungen sind digitaler geworden.
00:18:51: Verabredungen entstehen im Chat Meetings finden per Videokonferenz statt Selbstspiele werden in virtuellen Räumen gespielt Miteinander, gegeneinander Vernetzt und trotzdem oft für sich.
00:19:03: Verbindung ist also ständig da.
00:19:05: Aber gemeinsames Erleben zur gleichen Zeit?
00:19:08: Das gibt es nicht mehr.
00:19:09: ganz so selbstverständlich.
00:19:11: Genau daraus ziehen große Sportereignisse ihre Kraft.
00:19:14: Sie bringen etwas zurück, das im normalen Alltag oft fehlt Diesen einen Augenblick in dem viele Menschen gleichzeitig auf dasselbe schauen Auf dieselbe Spieluhr!
00:19:24: Auf denselben Angriff!
00:19:26: Auf die selbe strittiges Szene Da gibt's kein Nachholen.
00:19:29: später am Abend.
00:19:31: Kein Bitte nichts spoilern.
00:19:32: Ich bin noch nicht soweit.
00:19:34: Kein Zeit versetzt es schauen.
00:19:36: Das Spiel passiert jetzt, für alle im selben Moment und das macht einen Unterschied.
00:19:42: Ein Tor ist dann nicht nur ein Tor.
00:19:44: Es ist ein Moment in dem Tausende oder sogar Millionen Menschen gleichzeitig aufspringen jubeln fluchen oder kurz verstummen.
00:19:52: Man spürt das im Wohnzimmer Im Biergarten an der Raststätte In der Bahn Und am nächsten Morgen am Kaffeeautomaten Denn große Turniere machen den Alltag für eine Weile durchlässiger.
00:20:05: Plötzlich sprechen Menschen miteinander, die sonst vielleicht nie ins Gespräch gekommen wären.
00:20:10: Am Nachbar-Tisch wird die Auswechslung kommentiert.
00:20:13: Im Büro geht es morgens nicht zuerst um E-Mails sondern um die Nachspielzeit.
00:20:18: Beim Bäcker fragt jemand nach dem Ergebnis.
00:20:21: In der Bahn rollt die Person gegenüber mit den Augen und beide wissen sofort welches Szene gemeint ist.
00:20:27: Oft sind es nur kleine Momente Ein Satz ein Blick Ein kurzes Lachen.
00:20:33: Aber genau darin liegt ihre Wirkung.
00:20:35: Für diesen Augenblick zählt weniger wer man ist, woher man kommt oder was einen sonst voneinander trennt.
00:20:42: Wichtig ist nur, was alle gesehen haben.
00:20:45: Vielleicht tut uns das auch deshalb so gut weil es so unkompliziert ist.
00:20:49: Niemand muss viel erklären Man muss sich nicht erst mühsam verständigen.
00:20:53: Das Spiel liefert den Anlass Das Gefühl entsteht fast von selbst.
00:20:58: Und noch etwas kommt dazu.
00:21:00: Sportliche Wettbewerbe schaffen einen Raum, in dem Gefühle sichtbarer werden dürfen.
00:21:05: Der Alltag ist oft durchgetaktet – Termine, To-Do-Listen Nachrichten Wege.
00:21:12: Man organisiert, reagiert, arbeitet ab.
00:21:15: Für offene Euphorie bleibt da oft wenig Platz für kollektive Anspannung auch nicht und für laute Enttäuschungen schon gar nicht.
00:21:24: Im Sport ist das anders.
00:21:25: Hier darf gehofft werden gezittert Gejubelt Gelitten Und niemand findet es merkwürdig.
00:21:32: Man springt auf, man ruft dazwischen, man schlägt die Hände vor's Gesicht oder man jubelt mit Menschen deren Namen man nicht einmal kennt.
00:21:41: Vielleicht liegt auch darin ein Teil der Faszination.
00:21:45: Große Turniere schaffen nicht nur Aufmerksamkeit Sie schaffen einen gemeinsamen Gefühlsraum.
00:21:51: Viele erleben im selben Moment etwas Ähnliches und sie dürfen es auch zeigen.
00:21:55: Was auf dem Platz passiert bleibt deshalb nicht auf dem platz.
00:21:59: Es setzt sich fort.
00:22:01: Auf Straßen und Plätzen, in Gesprächen, Gesten und kleinen Ritualen.
00:22:06: Fahnen tauchen an Autos auf Trikots werden aus dem Schrank geholt Gesichter werden bemalt Anstoßzeiten bestimmen plötzlich den Abend Und am nächsten Morgen wissen viele sofort worüber gesprochen wird.
00:22:19: So entsteht dieses Wir von dem bei großen Turnieren so oft die Rede ist Nicht als große Parole sondern ganz praktisch Beim gemeinsamen Schauen, beim Mitfiebern, beim kurzen Austausch über eine Szene die alle gesehen haben.
00:22:35: Dieses Wir ist nicht unbedingt dauerhaft – eher ein Zustand auf Zeit!
00:22:39: Aber vielleicht ist es gerade deshalb so besonders?
00:22:42: Denn solche Erfahrungen sind selten geworden.
00:22:45: Nicht weil Menschen heute grundsätzlich weniger verbunden wären sondern weil gemeinsame gleichzeitige Erlebnisse im Alltag seltener geworden sind.
00:22:54: Große Turniere schließen diese Lücke für ein paar Wochen.
00:22:57: Manchmal reicht genau das schon aus, um aus vielen Einzelnen mehr zu machen als eine Menge.
00:23:03: Und selbst wenn dieses Gefühl nicht ewig bleibt, bleibt oft etwas davon zurück Die Erinnerung an einen Sommerabend An ein Spiel An eines Szene in der Nachspielzeit An einen Tisch voller Menschen die sich vorher kaum kannten und später gemeinsam gejubelt haben An Gespräche, die es ohne dieses Spiel nie gegeben hätte.
00:23:23: Vielleicht ist das am Ende das eigentliche Geheimnis solcher Wettbewerbe.
00:23:28: Sie schaffen echte Gleichzeitigkeit, geteilte Emotionen und das gute Gefühl für einen Moment Teil von etwas größeren zu sein!
00:23:37: Bei der Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika könnte sich das in diesem Sommer erneut zeigen – wenn auch unter anderen Bedingungen.
00:23:44: Durch die Zeitverschiebung werden viele Spiele in Deutschland am Abend oder in der Nacht laufen.
00:23:50: Klassisches Public Viewing dürfte dadurch seltener werden als bei Turnieren in Europa.
00:23:55: Und trotzdem wird dieses Gefühl wieder da sein.
00:23:58: Fahnen werden zu sehen sein, Trikots werden getragen Gesichter werden in den Farben des Teams bemalt und auf einmal sprechen viele wieder in der Vierform ganz selbstverständlich
00:24:16: Ein spontaner Stop an einer Landstraße im Hund zurück und ein Tor das ein ganzes Land gleichzeitig aufsprecken lässt.
00:24:23: So verschieden die beiden Geschichten auch sind, am Ende tun sie genau dasselbe.
00:24:28: Sie unterbrechen unseren Alltag.
00:24:30: Sie schaffen Erinnerungen und sie zeigen uns wie wichtig es ist sich mal wieder so richtig mitreißen überraschen und begeistern zu lassen.
00:24:40: Vielleicht ist es genau das.
00:24:43: solche Momente verblassen nicht einfach!
00:24:45: Sie werden Teil unserer eigenen Geschichte.
00:24:48: Wir erinnern uns an den Ort An diesen einlauen Sommerabend an das Gefühl von Freiheit oder an diesen kurzen schönen Moment, in dem wir nicht allein waren.
00:24:58: Sondern Teil von etwas ganz
00:25:00: Groß.
00:25:02: Und damit sind wir schon am Ende dieser Folge angekommen!
00:25:05: Beide Beiträge, die Sie heute gehört haben, stammen aus unserem Momente-Magazin.
00:25:10: Das finden sie unter tank.rast.de.
00:25:13: schrägtrich magazine.
00:25:15: Dort gibt es über zweiundfünfzig weitere spannende Beiträge rund um Reise, Auto und Innovation.
00:25:21: Schauen Sie doch
00:25:22: bitte mal rein
00:25:23: Es lohnt sich.
00:25:24: Mein Name ist Dietmar Thomas.
00:25:26: Bis zunächst Pause unterwegs und vielleicht bis zur nächsten Geschichte hier in der Audioausgabe von Momente!
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