Momente Fokus – Was Führungskräfte aus dem Kampfsport lernen können

Shownotes

Was können Führungskräfte aus dem Kampfsport lernen? Und warum beginnt gute Führung oft nicht bei Strategien, Strukturen oder Organigrammen, sondern bei Haltung, Präsenz und innerer Klarheit? In dieser Folge von Momente Fokus spricht Dietmar Thomas mit der US-amerikanischen Executive Trainerin Jill Masterson über einen ungewöhnlichen, aber hochspannenden Ansatz: Managementtraining mit den Prinzipien des Kampfsports. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Disziplin, Balance, Timing und Selbstführung aus dem Dojo in den Führungsalltag übertragen lassen. Jill Masterson zeigt, warum wahre Stärke nichts mit Lautstärke zu tun hat, weshalb Selbstregulation für Führungskräfte unverzichtbar ist und wie man auch unter Druck handlungsfähig bleibt, ohne die eigene Mitte zu verlieren.

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00:00:03: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Momente Fokus, dem Podcast von Tank und Rast in den wir Themen besonders intensiv beleuchten.

00:00:11: Heute geht es um eine ungewöhnliche aber ausgesprochen spannende Verbindung – Führung- und Kampfsport.

00:00:18: Was können Managerinnen und Manager von den Prinzipien eines Duyos lernen?

00:00:22: Was haben Haltung, Disziplin, Timing und innere Ruhe mit Leadership zu tun?

00:00:27: Und warum ist wahre Stärke gerade nicht laut, hart oder dominant?

00:00:33: Darüber spreche ich mit Jill Masterson, einer Executive Trainerin aus Los Angeles.

00:00:39: Sie arbeitet dort mit Führungskräften aus der Filmindustrie und verbindet in ihren Trainingsmanagement-Praxis mit den Lehren des Kampfsports – besonders mit Blick auf Fokus, Selbstführungen und Präsenz unter Druck!

00:00:51: Mein Name ist Dietmar Thomas, Leiter Corporate Communications & Digital Media bei Tang und Rast und ich freue mich dass sie da sind.

00:00:58: Legen wir los!

00:01:01: So, zugeschaltet via Telefon von der anderen Seite des Atlantiks.

00:01:05: Respektive sogar von der andern Seite Amerikas nämlich aus Kalifornien ist Jill Masterson.

00:01:11: Kurze Information ich kenne Jill schon seit Ewigkeiten deswegen werden wir uns hier auch dutzen.

00:01:16: Jill schön dass du da bist.

00:01:18: Hallo Dietmar die Fridays auf meiner Seite.

00:01:21: Ich freue mich ganz toll hier dabei zu sein.

00:01:23: Jill komm jetzt zu deinem Job.

00:01:24: Du arbeitest mit Führungskräften aus der Filmindustrie zusammen und kombinierst Management Training mit Kampfsportprinzipien.

00:01:32: Das hört sich jetzt erst einmal spannend an, und man denkt auch nicht unbedingt an Kampfsport- und Managementtraining – wie kam es dazu?

00:01:41: Für mich war diese Verbindung eigentlich immer ganz logisch.

00:01:45: in der Filmindustrie stehen Menschen ständig unter Druck, Engelzeitpläne, Deadlines, hohe Budgets, Konflikte mit den kreativen starke Persönlichkeiten.

00:01:57: Im Kamsport lernst du genau für solche Situation etwas sehr Wichtiges.

00:02:02: Haltung, Fokus und Disziplin und den kontrollierten Umgang mit Stress.

00:02:08: Mich hat irgendwann fasziniert dass viele Probleme im Management gar keine Fachprobleme sind.

00:02:13: es sind Probleme der Präsenz, der Klarheit und der inneren Stabilität Und genau da setzt meine Arbeit an.

00:02:22: Was ist denn aus deiner Sicht die wichtigste Reaktion aus dem Kampfsport, die Führungskräfte möglichst schnell verstehen sollten?

00:02:29: Die Antwort ist relativ klar.

00:02:32: Dass Stärke nichts mit Lautstärke zu tun hat.

00:02:35: Gute Kämpfe verschwenden keine Energie.

00:02:38: Sie müssen nicht ständig beweisen, dass wie stark sie sind.

00:02:41: Sie sind gesammelt aufmerksam und reagieren bewusst.

00:02:46: Für Führungskräfte bedeutet das Nicht jeder Konflikt muss von Teil gelöst werden.

00:02:57: Oft ist die bessere Führung, die Fähigkeit ruhig zu bleiben, den Raum zu lesen und im richtigen Moment präzise zur

00:03:04: Handeln.".

00:03:05: Das klingt ja fast wie ein Gegenmodell zu klassischen Managementbildern!

00:03:09: Dort geht es hier oft um Dominanz, Schnelligkeit und Härte.

00:03:13: oder sehe ich das falsch?

00:03:15: Das ist absolut richtig.

00:03:16: Aber Dominanz ist oft nur Unsicherheit in gutem Licht.

00:03:20: Wirklich starke Führung erkennst du daran, dass jemand auch unter Druck nicht die Kontrolle über sich selbst verliert.

00:03:26: In Kampfsport lernst du sehr schnell.

00:03:29: Wenn du emotional aus der Balance gerätzt machst du Fehler.

00:03:34: Im Management ist das genauso.

00:03:36: Wer hektisch aggressiv oder impulsiv wird verliert oft zuerst die eigene Mitte und dann das Vertrauen des Teams.

00:03:45: Du hast hier spezialisiert auf die Arbeit mit Führungskräften aus der Filmbranche.

00:03:49: Was ist denn dort, aus deiner Sicht, die größte Herausforderung?

00:03:54: Die größtere Herausforderung ist die Gleichzeitigkeit von Kreativität und Chaos.

00:04:01: In dieser Branche treffen Visions, Zeitbroke und starke Egos aufeinander.

00:04:06: Viele Führungskräfte glauben sie müssten immer antreiben, immer sichtbar sein, immer liefern.

00:04:12: Aber oft ist eigentliche Herausforderungen ein anderer Nicht noch mehr Druck zu erzeugen, sondern Orientation zu geben.

00:04:20: Ich sage meinen Klientinnen und Klienten oft dein Team braucht nicht deine Unruhe es braucht eine Klarheit.

00:04:28: Ah verstehe du arbeitest zudem auch mit den Lern von Wing Sunn dem General aus dem chinesischen Reich der mit seinem kleinen grünen Buch viele Regeln für den Krieg niedergeschrieben hat.

00:04:42: Was genau lässt sich daraus ins Management übertragen?

00:04:45: Ist denn Management ein Kriegsschauplatz?

00:04:48: Nein, das ist kein Battlefield im Alltag.

00:04:55: Wingshun ist für mich deshalb so spannend weil es nicht auf Kraft um jeden Preis setzt sondern auf Struktur Timing und Effizienz.

00:05:04: Du lernst Widerstand ist nicht blind zu bekämpfen sondern ihn zu lesen und intelligent damit umzugehen.

00:05:12: Im Management ist das unglaublich wertvoll.

00:05:16: Wenn in einem Team Spannungen entstehen, musst du nicht automatisch härter werden.

00:05:20: Oft ist es klüger den Impuls des Gegenüberes aufzunehmen die Dynamik zu verstehen und dann so zu reagieren dass Energie nicht eskaliert sondern gelenkt wird.

00:05:29: Und da hat Wing Zun einfach unendlich viele tolle Tipps der seinen anderen Generalen mitgegeben hat aber die halt heute auch in Erführung immer noch Geld.

00:05:42: Und man verstehe, heißt das am Ende also Ausweichen statt zu kämpfen?

00:05:47: Nicht ausweichen im Sinne von Vermeidung.

00:05:51: Im Sinne von bewusster Entscheidung.

00:05:53: Ein guter Fighter kämpft nicht gegen alles.

00:05:55: Er entscheidet wann Konfrontation nötig ist und wann Umlenkung die klügere Strategie ist.

00:06:02: Für Whiskrafter können daraus sehr viel lernen.

00:06:05: Nicht jeder Widerstand in dem Unternehmen ist ein Angriff.

00:06:07: Manchmal ist der ein Signal.

00:06:10: Wer das versteht für differenzierter Klüger und auch erfolgreicher.

00:06:16: Und darauf kommt es an!

00:06:18: Wir wollen den Stress aus der Führung rausnehmen, wir wollen dass die Leute sich fokussieren, darum geht es.

00:06:24: Was sagst du denn einem Topmanager oder einer Topmanagerin, die gerade komplett im Dauerstress steckt?

00:06:30: Wie soll sie damit umgehen?

00:06:32: Nun ich sage meistens zuerst dein Kalender ist nicht ein Führungssteel.

00:06:39: Viele Menschen verwechseln Überlastung mit Bedeutung, aber permanente Erschöpfung macht niemanden besser.

00:06:45: In Training beginne ich deshalb oft mit etwas sehr Einfachem.

00:06:49: Atmung – Stand Aufmerksamkeit.

00:06:53: Das Klinge ist sehr klein, aber enorm!

00:06:57: Wenn nicht einmal mehr rurig atmen kann, wird kaum gute Entscheidung treffen.

00:07:01: Führung beginnt im Nervensystem und nicht im Organigramm.

00:07:05: Das ist eine der wichtigsten Lehren, die Leute verstehen müssen.

00:07:08: Wow

00:07:08: das ist ein starker Satz!

00:07:10: Führung beginnt im Nervensystem nicht in Morgene Gramm.

00:07:13: Was bedeutet es konkret dem Alltag?

00:07:15: Wie vermittelt du das?

00:07:16: Dass Selbstregulation keine Nebensache ist sondern eine Grundlage?

00:07:22: Wenn Du in ein schwieriges Gespräch gehst und innerlich schon im Alarm-Modus bist, sendest Du das aus bevor Du überhaupt etwas sagst.

00:07:30: Teams spüren sofort.

00:07:51: Viele unserer Zuhörer und Zuhöhrerin werden jetzt denken, klingt ja alles super.

00:07:56: Aber was kann ich morgen konkret anders machen?

00:07:58: Damit es mir besser gilt und damit mein Team davon profitiert!

00:08:01: Also ganz wichtig ist dass du nicht versucht von jetzt auf jetzt alles zu verändern.

00:08:08: Sondern im ersten Schritt ist es maßgeblich, dass du dich zurücknimmst und dir deinen Tag einfach mal anschauest, deine Arbeit mal anschaust.

00:08:16: Wo habe ich Probleme?

00:08:19: Was sind die Probleme?

00:08:20: Das würden wir in zweites Fall mit meinen Klienten zusammen, dass wir quasi ihre Probleme versuchen zu fokussieren und dann zu sagen okay, du hast beispielsweise mit einem Team Mitleid, ein Problem.

00:08:36: Wo liegen die Probleme?

00:08:38: Exakt!

00:08:39: Ist es die Kommunikation?

00:08:41: Nimmt er dich nicht ernst?

00:08:43: Bist du zu forsch bis zu schnell versteht er dich einfach nicht.

00:08:49: und darauf kommt es an Klarheit, Freundlichkeit und Klarheit.

00:08:55: ich sage es immer wieder das ist really simple Klarheit.

00:08:59: Klarheit und Freundlichkeit ist das Worum es hier geht?

00:09:03: Wir wollen weg von dem Brombegeschrei, wie es viele Manager machen.

00:09:08: Kannst du uns vielleicht mal ein Beispiel aus deiner Arbeit geben, wie du eine Führungskraft tatsächlich helfen konntest einen Problem zu lösen was er hatte oder sie hatte ohne jetzt Namen zu nennen?

00:09:24: Oh ja!

00:09:26: Ein Problem das nicht nur einer meiner Kunden sondern ganz vieler haben ist dass die an der Schnittstelle stehen zwischen der Kreativität, der Leute die den Film drehen und auf der anderen Seite den Leuten die dort Geld geben.

00:09:45: Das ist ein Riesenproblem weil der Direktor will gerne noch zwei dry takes der gleichen Szene machen weil er der Meinung ist er könnte nur was rauskitzeln aber das kostet dann eben zehn zwanzig dreißig tausend dollars.

00:10:02: Und deswegen ist das so.

00:10:05: An vielen Stellen habe ich meinen Kunden zeigen können, dass eine ruhige Art und Weise im Umgang mit den anderen Leuten am Set viel mehr bringt als jetzt Rum zur Schreine der Motor.

00:10:22: Wir drehen hier nicht mehr sondern wir machen es fertig und behalten euch mal rund sofort an.

00:10:28: Das ist glaube ich einer der wichtigsten wichtigsten Dinge, die ich allen meinen Kunden sage ist keep calm.

00:10:39: Keep calm and organize yourself!

00:10:41: That's really the issue.

00:10:42: also ruhig bleiben und sich selbst organisieren.

00:10:49: Unsere Zuhörerinnen und Zuhöre würde natürlich zu gerne wissen um wen es da jetzt genau gegangen ist.

00:10:55: kannst du uns etwas mehr verraten was das Ergebnis des anderen Herangangs für deinen Kunden gewesen

00:11:10: ist?

00:11:28: Und das Gute daran war, dass das Ergebnis der fertige Film so erfolgreich gewesen ist.

00:11:33: Dass der Studio automatisch einen Sequel in Auftrag gegeben hätte und ich bin mir sicher auch ein Kunde hat mir das zurückgegeben.

00:11:47: ohne die andere Herangehensweise an das ganze Thema und ohne diese Ruhe mit der er das alles hat eingefangen Wäre A der Film nicht erfolgreich abgeschlossen worden, erfolgreich im Sinne von over the budget und wahrscheinlich wäre das Ergebnis auch nicht so gut gewesen.

00:12:11: Und damit wäre dann auch kein Sequel gekommen weil das Einspielergebnis einfach nicht zu gut gewesen wäre.

00:12:18: Der Box-Office.

00:12:20: As I said it's show business and its not show shows Business, das Geschäft ist wirklich wichtig für alle in Hollywood.

00:12:30: und Darroh Gades.

00:12:32: Wow!

00:12:33: Eine spannende Geschichte.

00:12:35: Ja zum Abschluss Jill denn wir haben jetzt ein sehr gutes Bild bekommen wie du in die Führung und Kampfsport miteinander zu tun haben und wie du das weiter gibst.

00:12:45: wenn Du Führungen in einem einzigen Bild aus dem Kampf Sport beschreiben müsstest welches Bild würde dir denn einfallen?

00:12:53: Das ist sehr leicht.

00:12:55: Ein stabiler Stand, nicht star, nicht verkrampft sondern stabil und zugleich beweglich.

00:13:07: Genau das ist gute Führung!

00:13:09: Du brauchst Haltung aber auch Anpassungsfähigkeit.

00:13:13: du brauchst Klarheit aber auch Wahrnehmung Und du brauch die Ruhe nicht bei jeder Erschütterung die Balance zu verlieren.

00:13:20: Für mich ist das die eigentliche Kunst Stand fest sein, ohne hart zu werden.

00:13:26: Und dann klappt

00:13:41: es!

00:13:47: Ich

00:13:53: hoffe, ich habe nicht zu viel American slang in meine Antworten gebracht.

00:13:59: Deutsch ist ein bisschen eingeworstet.

00:14:02: Auch dir eine gute Zeit Grymen in

00:14:05: Deutschland!

00:14:10: Das war Jill Masterson über Führung, Fokus und die Frage was wir aus den Prinzipien des Kampfsports für den Management Alltag mitgeben können?

00:14:18: Ein Gespräch das deutlich macht.

00:14:20: Gute Führungen beginnen dich bei Lautstärke, Status oder Kontrolle sondern Behaltung, Selbstführung und der Fähigkeit auch unter Druck klar zu bleiben.

00:14:29: Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis – wer andere führen will muss zuerst lernen sie selbst zu führen mit Ruhe, mit Disziplinen, mit Präsenz Und bei dem Gespür dafür wann es Zeit ist nach vorne zu gehen und wann es klüger ist einen Schritt zurückzutreten um die Lage klarer zu sehen.

00:14:53: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie Lust auf weitere Gedanken rund um Mobilität, Gesellschaft, Alltag reisen... ...und die Themen haben, die uns unterwegs bewegen.

00:15:02: Dann schauen sie auch in unsere Online-Magazin Momente!

00:15:04: Das finden Sie unter tank.rast.de.

00:15:08: schrägstrich magazine.

00:15:10: Dort gibt es regelmäßig neue Artikel, Hintergründe, Reportagen und Impulse zum Lesen weiterdenken und mitnehmen.

00:15:17: Jetzt wünsche ich Ihnen aber einen guten Tag.

00:15:20: Mein Name ist Dietmar Thomas und ich freue mich, wenn Sie das nächste Mal wieder dabei sind.

00:15:23: Bis bald!

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