Momente – der Podcast zum Magazin von Tank & Rast #32
Shownotes
In dieser Folge treffen Tradition und Technik, Achtsamkeit und Aromenspiel aufeinander. Nathalie und Sascha starten in Bamberg – zwischen barocker Kulisse, Rauchbier und Altstadtflair. Danach geht’s mit Karate ins Büro: Was hat der schwarze Gürtel mit Führung zu tun? Beitrag drei zeigt, wie kleine Motoren mit großer Technik die Autowelt verändern – Downsizing als Innovationsmotor. Zum Finale wird es flüssig und fein: Speiseöle sind die neuen Stars der Küche – zwischen Gesundheitselixier und Designobjekt. Mehr unter www.tank.rast.de/magazin.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Momente, dem Podcast von Tank und Rast".
00:00:06: Schön, dass Sie dabei sind. Ich bin Nathalie und ich bin Sascha.
00:00:12: Und ich sag mal so, wenn unsere heutige Themenmischung ein Gericht wäre,
00:00:16: dann wäre es wahrscheinlich ein Schweinebraten mit Leinölwienerkrett.
00:00:19: Und dazu ein elektrischer Turbo, oder? - Sehr schön gesagt.
00:00:22: Wir nehmen Sie heute mit auf eine Reise zwischen Barockerkulisse,
00:00:26: Büro mit Kick, kleinen Motoren mit großer Wirkung und flüssigem Gold in der Küche.
00:00:33: Los geht's mit einer Stadt, die Geschichte atmet und Bier spricht, Bamberg.
00:00:37: Danach steigen wir mit einem kräftigen "Giai" in die Management-Welt ein
00:00:42: mit Karate in Büro. - Und dann wird's technisch.
00:00:45: Warum weniger Hubraum manchmal mehr ist, erklärt unser Beitrag
00:00:48: über Downsizing in der Autoindustrie.
00:00:51: Zum Schluss noch einen Tropfen auf den heißen Teller. Oder mehrere.
00:00:54: Wir reden über die Renaissance-Edelar-Speisehöhle
00:00:57: und warum sie längst mehr sind als nur Bratwirt.
00:01:00: Also zurücklehnen, anschnallen oder besser aufrecht sitzen bleiben und zuhören.
00:01:05: Denn jetzt geht's los mit unserer 1. Etappe in die wunderschöne Stadt Bamberg.
00:01:10: Bamberg.
00:01:17: Schon der Name klingt nach einer Geschichte,
00:01:20: die älter ist als der Reiseführer aus dem Anliest.
00:01:23: Die Stadt liegt da wie hingegossen, auf sieben Hügeln wie Rom,
00:01:27: durchzogen von Wasseradern, gezeichnet von Jahrhunderten.
00:01:31: Und dabei doch wach, eigenwillig, voller Taktgefühl für die Zwischentöne.
00:01:37: Der Dom erhebt sich nicht, er ruht.
00:01:41: Viertürme, streng und still und doch einladend wie eine offene Hand.
00:01:46: Kein Spektakel, kein Pomp, nur Stein, der spricht.
00:01:51: Wer hier steht, spürt nicht Größe im monumentalen Sinn, sondern Haltung.
00:01:57: Die Stadt trägt ihre Geschichte nicht wie eine Last,
00:02:00: sondern wie ein maßgeschneidertes Kleid.
00:02:03: Selbst die barocke Residenz wirkt nicht überheblich,
00:02:07: sondern fast so, als sei sie aus Versehen schön geraten.
00:02:11: Dazwischen Leben.
00:02:14: In der Nase der duftfrisch gebackener Breze.
00:02:18: Daneben ein Hauch von Espresso, gemischt mit dem ehrlichen Geruch
00:02:22: feuchter Wände in alten Wirtshäusern.
00:02:25: Bamwerk riecht nach Gegenwart, ohne die Vergangenheit zu leugnen.
00:02:29: Die Altstadt, steingewordene Erinnerung und doch quicklebendig,
00:02:34: ist ein Labyrinth, das man nicht durchläuft, sondern durchlebt.
00:02:38: Hinter jeder Ecke wartet eine kleine Geschichte.
00:02:42: Ein Laden wie aus einer anderen Zeit,
00:02:45: ein Brunnen mit eigener Handschrift,
00:02:47: eine Stube aus der Lachen dringt.
00:02:50: Und dann dieses Bier.
00:02:53: In Bamberg ist es keine Durstlöscher Ware, sondern Ausdruck.
00:02:58: Braukunst in Reihenform.
00:03:00: Von rauchig bis rebellisch serviert in Gläsern,
00:03:04: die immer etwas kleiner wirken als der Appetit.
00:03:07: Wer einmal das Rauchbier gekostet hat, vergisst es nicht.
00:03:11: Ein Geschmack wie ein nasser Herbstabend am Lagerfeuer.
00:03:15: Fremd, dann vertraut, dann unwiderstehlich.
00:03:19: In den Brauereikelern trifft Handwerk auf Weltanschauung.
00:03:24: Hopfen auf Haltung.
00:03:26: Hier wird erzählt, diskutiert, gelacht.
00:03:29: Und nie ganz klar, ob es ums Bier geht oder um das, was es freilägt.
00:03:35: In den Gasthäusern dann das Essen.
00:03:39: Bodenständig, ehrlich, ohne Dekoschleife.
00:03:42: Ein Teller mit Schweinebraten kann hier mehr sagen
00:03:45: als mancher Theatermonolog.
00:03:47: Die Knödel dampfen wie gute Vorsätze,
00:03:49: das Sauerkraut zischt leise beim Schneiden.
00:03:52: Alles ist so schlicht und gerade deshalb bewegend.
00:03:56: Doch Bamberg bleibt nicht im Boden verankert.
00:03:59: Kunst durchzieht die Stadt wie ein zweiter Puls.
00:04:02: Zwischen Fachwerk und romanischen Portal plötzlich ein Neonobjekt.
00:04:07: Eine Videoinstallation, ein Gemälde aus Turnschusolen.
00:04:11: Kontraste, nicht als Bruch, sondern als Einladung zum 2. Blick.
00:04:16: Die Stadt macht keine Kompromisse zwischen Tradition und Moderne.
00:04:20: Sie reicht beiden einfach ein Bierglas.
00:04:22: Und dann ist da die Regnitz.
00:04:25: In ihrem Wasser spiegelt sich nicht nur Fachwerk,
00:04:28: sondern auch das, was Bamberg ausmacht.
00:04:30: Eine Ruhe, die nicht stumm ist.
00:04:33: Paddelboote gleiten vorbei.
00:04:35: Auf den Uferbänken sitzen Menschen, die einfach nur schauen.
00:04:39: Keine Eile, kein Laut, ein Innehalten, das ansteckend wirkt.
00:04:43: Wenn die Sonne langsam in Richtung Klein-Venedig fällt,
00:04:47: wird aus dem Fluss ein Gemälde, das sich ständig selbst malt.
00:04:51: Und man versteht, warum so viele bleiben,
00:04:54: obwohl sie nur kurz kommen wollten.
00:04:56: Wer sich dann weiter durch die Stadt treiben lässt,
00:05:00: trifft auf Orte, die in keinem Flyer stehen.
00:05:02: Eine verborgene Stiege mit Blick über Dächer.
00:05:05: Ein verwachsender Garten hinter einer alten Mauer.
00:05:09: Ein Café mit 4 Tischen und 12 Geschichten.
00:05:12: Bamberg ist voller Umwege, und genau in denen liegt sein Wesen.
00:05:17: Kein Besuch gleich dem anderen, weil die Stadt sich nicht festlegt.
00:05:21: Sie erzählt, aber nie zweimal dasselbe.
00:05:25: Wenn gefeiert wird, dann ohne Zurückhaltung.
00:05:28: Die Sandkerber, das größte Stadtfest,
00:05:31: verwandelt Gassen in Bühnen, Mauern in Klangkörper,
00:05:35: Musik, Stimmen, Grillduft.
00:05:37: Und überall die Ahnung, dass hier nichts gestellt ist.
00:05:41: Wer glückert, stolpert in ein Hinterhofkonzert.
00:05:44: Oder eine Lesung zwischen Braukesseln.
00:05:47: Es passiert einfach, und es bleibt.
00:05:49: Am Ende eines Tages liegt der Duft von Hopfen in der Luft.
00:05:53: Vermischt mit Abendlicht und leiser Musik aus einer Altstadtkneipe.
00:05:58: Vielleicht zieht Nebel über die Regnitz.
00:06:00: Vielleicht schimmert der Dom in Gold.
00:06:03: Sicher ist nur, Bamberg ist keine Stadt zum Abhaken.
00:06:07: Es ist eine zum Wiederkommen, zum Entdecken.
00:06:10: Und zum Feststellen, dass es manchmal gar nicht so viele Worte braucht,
00:06:15: wenn ein Ort selbst das Erzählen übernimmt.
00:06:18: Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht.
00:06:20: Aber ich hab gerade den Duft von Brezeln und Rauchbier in der Nase.
00:06:24: Und Kopfsteinpflaster unter den Füßen.
00:06:27: Ich seh dich schon auf einem Stand-up-Bord auf der Regnitztreibensasche.
00:06:31: Mit einer Masse Rauchbier in der Hand und dem Selfie-Stick in der anderen.
00:06:36: Aber jetzt wird's ernst, zumindest körperlich.
00:06:39: Wir steigen ein in die Welt der Kata, Kihon und Karriereleiter.
00:06:43: Los geht's mit Karate im Job.
00:06:45: Im Anzug zur Besprechung, und darunter den Karateanzug.
00:06:51: Für einige klingt das nach Doppelleben.
00:06:53: Für andere ist es längst Alltag.
00:06:56: Denn was früher mit asiatischen Kampffilmen begann,
00:06:59: hat heute Platz in Meetingräumen, Chefetagen
00:07:02: und in so manchen Business-Coaching gefunden.
00:07:05: Die Rede ist von Karate.
00:07:07: Und der Frage, was hat ein Faustschlag mit Führungsstärke zu tun?
00:07:12: Ziemlich viel.
00:07:13: Denn hinter dem klassischen Bild vom weiß gekleideten Kämpfer mit Gürtel
00:07:18: und Kihai steckt weit mehr als körperliche Disziplin.
00:07:22: Es ist ein System, präzise, fokussiert, strukturiert.
00:07:26: Und genau das macht es so interessant für Menschen,
00:07:29: die beruflich ständig Entscheidungen treffen,
00:07:32: Konflikte lösen und Ziele im Auge behalten müssen.
00:07:35: Im Dojo gibt es keine Ablenkung, kein Ping, kein Prosteingang,
00:07:39: nur Bewegung, Atmung, Konzentration, eine Stunde voller Fokus.
00:07:45: Und damit das genaue Gegenteil des klassischen Arbeitsalltags
00:07:49: zwischen Zoom-Meeting, Exeltabelle und Mails im Minutentakt.
00:07:53: Im Training wird jede Technik dutzendfach wiederholt.
00:07:57: Erst langsam, dann schneller, dritte Blocks Fauststöße immer wieder.
00:08:02: Was Monoton klingt, ist in Wirklichkeit hochkonzentriert.
00:08:06: Jede Wiederholung verankert eine Routine, so entsteht Präzision.
00:08:11: Und genau diese herangehensweise lässt sich ins Büro übertragen.
00:08:15: Wer klare Abläufe kennt, reagiert schneller, bleibt ruhiger,
00:08:19: auch wenn es mal turbulent wird.
00:08:22: Ein zentraler Bestandteil des Karate ist die Kata.
00:08:25: Festgelegte Bewegungsfolgen, durchkoreografiert wie ein Tanz.
00:08:30: Angriff, Abwehr, Richtungswechsel - alles hat seinen Platz.
00:08:34: Auch das erinnert stark an Projektmanagement
00:08:37: oder Strategieentwicklung.
00:08:39: Ein klare Ablauf, der Sicherheit schafft
00:08:42: und der Raum für Qualität lässt.
00:08:44: Im nächsten Schritt wird es ernst.
00:08:47: Komitee, der Partnerkampf.
00:08:49: Jetzt zählt nicht nur Technik, sondern auch Reaktion.
00:08:52: Jeder Gegner ist anders.
00:08:54: Jeder Angriff kommt anders.
00:08:56: Flexibilität ist gefragt.
00:08:58: Und genau das ist Alltag in Führungsetagen.
00:09:02: Ein unerwarteter Vorfall, ein schwieriges Gespräch,
00:09:05: ein überraschendes Meeting.
00:09:07: Wer gelernt hat, unter Druck ruhig zu bleiben und schnell zu handeln,
00:09:11: ist klein Vorteil.
00:09:13: Karate trainiert also mehr als Muskeln.
00:09:16: Es formt Haltung, im wörtlichen Sinn aber auch in der Art,
00:09:20: wie Menschen auftreten.
00:09:22: Aufrecht stehen, präsent sein, ohne laut zu werden.
00:09:26: Das Bahndruckt.
00:09:28: Wer so in den Raum kommt, wird souverän und das ohne einen Ton zu sagen.
00:09:33: Die Effekte reichen weiter.
00:09:37: Disziplin, Belastbarkeit, Konzentration.
00:09:41: Studien zeigen, dass Kampfsportler seltener unter Stresssymptomen leiden.
00:09:45: Sie kennen das Gefühl von Druck und wissen, wie sie damit umgehen.
00:09:50: Regelmäßiges Training stärkt Körper und Kopf
00:09:53: und führt zu weniger Ausfällen im Beruf.
00:09:56: Und dann ist da noch der Respekt.
00:10:00: Jedes Training beginnt und endet mit einer Verbeugung.
00:10:04: Vor dem Lehrer, vor dem Partner, vor dem Raum.
00:10:08: Wer das verinnerlicht, bringt diesen Umgangstoren auch ins Büro.
00:10:12: Und genau das macht Teams besser.
00:10:15: Karate ist kein Allheilmittel.
00:10:18: Aber es ist eine Methode, um klarer zu denken,
00:10:21: fokussierter zu arbeiten und präsenter zu sein.
00:10:25: Es hilft dabei, auf sich selbst zu achten, den eigenen Weg konsequent zu gehen,
00:10:30: Rückschläge einzuordnen und trotzdem weiterzumachen.
00:10:34: In einer Welt, in der Führung oft hektisch und überladen ist,
00:10:39: bietet Karate einen Gegenentwurf.
00:10:41: Weniger Lärm, mehr Klarheit.
00:10:44: Weniger Getriebenheit, mehr Struktur.
00:10:47: Und genau deshalb gewinnt es nicht nur in der Freizeit,
00:10:50: sondern auch im Job immer mehr Fans.
00:10:53: Also ich habe ja beim Zuhören richtig Lust bekommen,
00:10:56: mal wieder was für den Fokus zu tun.
00:10:58: Vielleicht kein Spagat, aber zumindest ein bisschen mentale Dehnung.
00:11:02: Ich stelle mir vor, wie du im Meeting plötzlich aufstehst,
00:11:05: dich verbeugst und dann die Präsentation mit einem Mawashi Geri erklärst.
00:11:09: Wenn es hilft.
00:11:10: Aber vom Kampfsport zur Kampfansage ans Spritzschlucker.
00:11:15: Jetzt schauen wir mal, wie kleine Motoren Großes leisten
00:11:19: und warum Down-Sizing mehr ist als heiße Luft.
00:11:22: Früher galt, je mehr Zylinder, desto mehr Respekt.
00:11:26: Wer mit einem 12-Zylinder durch die Stadt rollte,
00:11:30: konnte sich sicher sein, dass Köpfe sich drehen.
00:11:32: Nicht nur wegen des Sounds.
00:11:34: Größe war gleich Macht und Hubraum, das Maß aller Dinge.
00:11:38: Spritverbrauch, zweitrangig.
00:11:41: Denn Benzin war billig und das Gewissen leise.
00:11:45: Doch dann kam die Ölkrise.
00:11:48: Und mit ihr das Umdenken.
00:11:50: Plötzlich hieß es nicht mehr, viel hilft viel,
00:11:54: sondern weniger ist mehr.
00:11:56: Willkommen im Zeitalter des Down-Sizing.
00:11:59: Stadt Hubraum gab's Hirnschmalz.
00:12:02: Ingenieure tüftelten, tüftelten
00:12:06: und machten aus dicken Brummern flinke Flitzer.
00:12:09: Wie das ging?
00:12:12: Mit Technik die früher nach Science-Fiction-Klan.
00:12:15: Turbolader zum Beispiel.
00:12:18: Die kleine Drehorgel, die Abgase in zusätzliche Power verwandelt.
00:12:22: Oder direkte Einspritzung.
00:12:24: Klingt harmlos, ist aber ein Hightech-Präzisionssystem,
00:12:28: das den Sprit millimetergenau dorthin bringt, wo er gebraucht wird.
00:12:32: Ergebnis, mehr Leistung aus weniger Brennraum.
00:12:38: Einer der Stars dieser Bewegung?
00:12:41: Ford 1,0-Liter EcoBoost.
00:12:44: 3-Zylinder, ein Turbo und trotzdem über 100 PS.
00:12:49: Zum Vergleich, das ist mehr als manche Kompaktwagen der 90er-Schaften.
00:12:54: VW, Peugeot, Renault, alle zogen nach.
00:12:58: Und plötzlich waren Minimotoren die neuen Helden auf der Straße.
00:13:03: Das Beste?
00:13:05: Sie fahren sich auch so.
00:13:07: Kein Gefühl von Verzicht, kein Müdesröcheln beim Überholen.
00:13:11: Stattdessen?
00:13:13: Turbo-Boost, Drehmoment, Fahrspaß.
00:13:16: Klein? Ja.
00:13:18: Schwach? Ganz und gar nicht.
00:13:20: Aber wie funktioniert das genau?
00:13:24: Die Zauberformel heißt Effizienz.
00:13:27: Moderne Downsizing-Motoren sind wie durchtrainierte Athleten.
00:13:31: Kein Gramm Fett, nur Muskel.
00:13:34: Thermomanagement sorgt für optimale Betriebstemperatur,
00:13:38: elektrische Wassapumpen sparen Energie.
00:13:41: Zylinderabschaltung schaltet sich bei Bedarf, dazu oder ab.
00:13:46: Klingt nach Formel 1, ist aber Alltag im kleinen Wagen.
00:13:50: Auch der Diesel bleibt nicht außen vor.
00:13:53: Früher der brummige Kilometerfresser
00:13:56: heute ein Technikpaket mit AdBlue, Nox-Portalisator und Partikelfilter.
00:14:01: Downsizing machte ihn leiser, sauberer.
00:14:04: Und noch sparsamer.
00:14:06: Ein moderner 1,6-Liter-Diesel läuft unter 4 Litern.
00:14:10: Und das mit voller Familiausstattung.
00:14:13: Natürlich lief nicht alles rund.
00:14:15: Wer sparsam sein will, muss manchmal mit Nebenwirkungen leben.
00:14:20: Frühe Turbo-Motoren litten unter Kinderkrankheiten.
00:14:23: Ölverbrauch, Ladedruckprobleme, Wartungskosten.
00:14:27: Und die tollen Verbrauchswerte vom Prüfstand
00:14:29: hielten auf der Autobahn nicht immer Stand.
00:14:32: Denn wer einen kleinen Motor tritt, kriegt eben doch Durst.
00:14:36: Physik lässt sich nicht wegprogrammieren.
00:14:39: Trotzdem, der Trend war nicht zu stoppen.
00:14:42: Und er bekam einen Partner.
00:14:44: Ausgerechnet aus dem Bereich, der früher als Gegner galt.
00:14:48: Strom, Hybridisierung, heißt das Zauberwort.
00:14:52: Kleine Benziner treffen auf E-Motoren,
00:14:54: ergänzen sich, gleichen Schwächen aus.
00:14:57: Beim Anfahren hilft der Elektromotor,
00:14:59: beim Gleiten übernimmt der Dreizylinder.
00:15:02: Gemeinsam sparen sie, und zwar ordentlich.
00:15:05: Und dann kam noch eine Idee.
00:15:07: Warum nicht den Minimotor als Stromgenerator nutzen?
00:15:11: BMW baute ihn in den i3, Opel und Volvo experimentierten ebenfalls.
00:15:16: Ergebnis?
00:15:17: Eine Art Notstromaggregat auf Rädern, nur eben mit Stil.
00:15:22: Aber was kommt als Nächstes?
00:15:25: Elektromobilität ist auf dem Vormarsch.
00:15:27: Und doch wird der Verbrenner nicht über Nacht verschwinden.
00:15:31: In vielen Regionen der Welt ist er nach wie vor alternativlos.
00:15:35: Und genau hier schlägt die Stunde der Verkleinerungskünstler.
00:15:38: Wenig Hubraum, viel Technik, als Brücke in eine CO2-ärmere Zukunft.
00:15:43: Synthetische Kraftstoffe können das Spiel noch einmal völlig neu mischen.
00:15:48: Fest steht, Downsizing hat die Motorenwelt verändert.
00:15:52: Vom Bollwerk zum Feingeist, vom Spritfresser zum Smart-Performer.
00:15:56: Und wer heute glaubt, dass nur große Motoren etwas taugen,
00:16:00: der sollte sich mal in einen kleinen mit ordentlich Technik setzen.
00:16:05: Und den Fuß aufs Gas-Bedall legen.
00:16:07: Denn es ist nicht die Größe, die zählt, sondern was man rausmacht.
00:16:12: Also früher war ich ja Team je mehr Zylinder, desto besser.
00:16:15: Aber nach dem Beitrag muss ich zugeben, die kleinen Kerlchen haben's drauf.
00:16:19: Tja, Sascha, Größe ist eben nicht alles.
00:16:21: Was zählt, ist Technik, Timing und ein cleverer Turbolader.
00:16:25: Das sag ich mir jetzt immer.
00:16:27: Und apropos Technik und Feinschliff, zum Abschluss geht's in die Küche.
00:16:31: Zu goldenen Tropfen und feinen Aromen,
00:16:34: Zeit für ein bisschen Öl auf der Seele.
00:16:36: Sie glänzen in Glasflaschen, duften nach Urlaub, Gesundheit oder Abenteuer.
00:16:42: Und sie haben sich klammheimlich von der stillen Zutat
00:16:46: zur Hauptattraktion entwickelt.
00:16:48: Speiseöle, was früher irgendwo zwischen Essig und Senf stand,
00:16:52: ist heute Design-Objekt, Lifestyle-Produkt und echtes Geschmackswunder.
00:16:58: Ob Olivenöl, Leinöl, Sesam oder Kürbiskernöl.
00:17:02: Hinter jeden Tropfen steckt heute mehr als nur Fett.
00:17:05: Es ist eine kleine Wissenschaft, eine Kunst
00:17:08: und manchmal sogar eine ganze Geschichte in flüssiger Form.
00:17:12: Los geht's mit dem Klassiker, Olivenöl.
00:17:16: Früher einfach grün und irgendwie mediterran, heute hochkomplex.
00:17:21: Terroir, Pressverfahren, Oliven-Sorte, alles spielt rein.
00:17:25: Manche Öle schmecken nach frisch gemähten Gras,
00:17:29: andere nach Tomate oder grüner Banane.
00:17:32: Sommeliers führen Ölverkostungen durch,
00:17:34: wie man sie bislang nur vom Wein kannte.
00:17:37: Ja, richtig gehört.
00:17:39: Öl ist das neue Tasting-Thema.
00:17:41: Ein gutes Olivenöl erkennt man übrigens nicht nur am Geschmack.
00:17:45: Es knistert leicht im Hals.
00:17:47: Das ist kein Fehler, sondern ein Qualitätsmerkmal.
00:17:51: Dank der enthaltenen Polyphenole.
00:17:54: Die sind nicht nur gesund,
00:17:55: sondern auch der Grund, warum manche Flaschen
00:17:58: so richtig nach was aussehen.
00:18:00: Dunkeles Glas, minimalistisches Etikett,
00:18:03: manchmal sogar in der Geschenkbox.
00:18:05: Öl als Fashionstatement? Ganz genau.
00:18:08: Aber das ist nur der Anfang.
00:18:11: Der nächste Star heißt Leinöl.
00:18:14: Lange belächelt, heute gefeiert.
00:18:16: Es riecht nussig, schmeckt leicht bitter
00:18:19: und steckt voller Omega-3-Fettsäuren.
00:18:22: Viele sagen, das Superfood der Nordküche.
00:18:26: Und tatsächlich, in Kombination mit Pellkartoffeln, Salat
00:18:30: oder Apfelfenchel, wird's zum Geschmacksfeuerwerk.
00:18:33: Wichtig, kaltgepresst und frisch.
00:18:36: Denn Leinöl ist sensibel.
00:18:38: Luft und Licht machen ihm schnell den Gah aus.
00:18:41: Weiter geht's mit einem echten Aromaprofi.
00:18:45: Sesamöl, in Asien seit Jahrhunderten geliebt,
00:18:49: in Europa lange unterschätzt.
00:18:51: Doch inzwischen macht das geröstete Gold aus der Flasche
00:18:55: auch hier Karriere.
00:18:56: Ein paar Tropfen reichen,
00:18:58: schon schmeckt ein schlichtes Gemüsegericht,
00:19:00: plötzlich wie aus dem Streetfood-Paradies von Tokio oder Bangkok.
00:19:04: Und das Beste, es gibt auch milde Varianten.
00:19:08: Wer's nicht ganz so nussig mag, findet Sesamöl mit feinen Kräuternoten,
00:19:12: raffiniert und extrem vielseitig.
00:19:15: Aber es geht noch weiter.
00:19:17: Walnussöl, Kürbiskernöl, Hanföl, Avocadoöl.
00:19:22: Jedes hat sein eigenes Aroma, seinen eigenen Look,
00:19:25: seine eigene Bühne.
00:19:27: Walnussöl bringt erdige Tiefe in Wildgerichte.
00:19:30: Kürbiskernöl, perfekt zu suppen, oder als Finish auf Vanilleis.
00:19:36: Ja, richtig gelesen, Vanilleis.
00:19:38: Ein kleiner Tropfen und es entsteht ein völlig neuer Dessertmoment.
00:19:42: Avocadoöl punktet nicht nur durch seine cremige Textur,
00:19:46: sondern auch mit einem ziemlich hohen Rauchpunkt.
00:19:49: Heißt, es kann richtig was ab, auch in der Pfanne.
00:19:53: Ideal also für alle, die auf gesundes Braten stehen.
00:19:56: Und dann wäre da noch das große Ganze.
00:20:00: Öl als Erlebnis, Öltastings, Ölabos, Öl-Safaris.
00:20:06: Ja, das gibt's wirklich.
00:20:08: Kleine Manufakturen laden zum Probieren ein,
00:20:12: Sterne-Restaurants setzen es gezielt zur Akzentuierung ein
00:20:16: und in Online-Shops kann man sich kuratierte Boxen
00:20:19: mit Spezialsorten aus aller Welt bestellen.
00:20:22: Öl ist nicht mehr Beilage, es ist Bühne.
00:20:25: In den Küchen der Profis werden Öle sogar wie Gewürze eingesetzt.
00:20:31: Punktgenau, Milliliterweise, abgestimmt auf Aromenprofile.
00:20:36: Eine kalte Brühe mit Leinöl und Blütenaroma, kein Problem.
00:20:42: Kräuteröl mit Selleripulver als Basis für ein Dessert?
00:20:46: Warum nicht?
00:20:48: Wer hier experimentiert, entdeckt eine ganz neue Geschmackstiefe.
00:20:52: Und auch beim Look wird aufgedreht.
00:20:56: Designerflaschen, Batch-Nummern, Labels mit Goldfolie.
00:21:01: Ölflaschen haben inzwischen mehr mit Parfüm gemeinsam
00:21:04: als mit dem Kanister aus dem Supermarkt.
00:21:06: Die Optik unterstreicht, was im Innern steckt.
00:21:09: Qualität, Handwerk und jede Menge Stilgefühl.
00:21:14: Wohin geht die Reise?
00:21:17: In Richtung Wildpflanzen, nachhaltiger Anbau, neue Kombinationen.
00:21:23: Öle aus Moen, Bucheckern oder sogar Löwenzahnsamen
00:21:27: stehen schon in den Startlöchern.
00:21:30: Und die Technik schläft nicht.
00:21:32: Mikroemulgierte Öle, Aromaschutzverpackungen,
00:21:35: sogar Öl mit Kokuma- oder CBD-Anteil sind auf dem Weg.
00:21:40: Und das große Ganze nennt sich Öl als Lebensgefühl.
00:21:45: Gesund, nachhaltig, kreativ und ein Statement auf dem Teller.
00:21:50: Puh, von Bamberg über das Dojo bis unter die Motorhaube
00:21:54: und zurück an den Herd.
00:21:56: Ich würde sagen, das war eine gut gewürzte Folge.
00:21:59: Mit ordentlich Schärfe und einem Hauch Walnuss, wie ich meine.
00:22:03: Wenn Sie Lust haben, noch mehr über unsere Themen zu erfahren,
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00:22:10: unter tank.rast.de/magazin.
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00:22:16: Wir sagen danke fürs Zuhören
00:22:19: und freuen uns schon auf die nächste Runde mit Ihnen.
00:22:22: Bleiben Sie neugierig. Bis bald.
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