Momente – der Podcast zum Magazin von Tank & Rast #30

Shownotes

Eine Folge zwischen Naturwunder, Alltagsrealität und digitalem Spektakel. Nathalie und Sascha starten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin – einer einzigartigen Landschaft aus Seen, Wäldern und Stille, die zeigt, wie Nachhaltigkeit sich anfühlen kann. Danach geht es um ein Thema mit emotionalem Gewicht: Autofahren im Alter – wann ist der richtige Moment, das Steuer loszulassen? Beitrag drei stellt das Projekt ZENAPA vor, das Brandenburg auf dem Weg in eine CO₂-neutrale Zukunft begleitet. Und zum Finale geht’s um Mukbang – den merkwürdig faszinierenden Trend, bei dem Menschen sich beim Essen filmen und Millionen zuschauen. Mehr unter www.tank.rast.de/magazin.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Momente, dem Podcast von Tank und Rast. Schön,

00:00:07: dass Sie wieder dabei sind. Ganz gleich, ob unterwegs, zu Hause oder irgendwo dazwischen.

00:00:14: Ich bin Natalie und ich bin Sascha. Heute geht es bei uns um Natur, ums Altern und

00:00:20: Nachhaltigkeit und ums Essen. Also praktisch das ganze Leben. Wir starten mit einem echten Ruhepol,

00:00:26: dem Biosphärenreservat Shorf Heidekourin. Da trifft Wildnis auf Wald, Geschichte auf Gänsehaut.

00:00:34: Dann wechseln wir in die Lebensrealität älterer Menschen. Wie ist das eigentlich? Fahren im

00:00:39: Alter und wo liegen die Chancen, wo die Herausforderung? Im dritten Beitrag schauen wir,

00:00:44: wie Natur und Klimaschutz in Brandenburg ganz konkret gelebt werden mit dem Projekt Senapa.

00:00:51: Klingt wie ein Entspannungsritual, ist aber High Impact für die Umwelt.

00:00:55: Und zum Schluss wird geschlemmt mit eingeschalteter Kamera. Es geht um Muckbang,

00:01:01: den Internet-Trend, bei dem Menschen sich beim Essen filmen. Millionen Klicks für Mahlzeiten,

00:01:06: wir nehmen es mal unter die Lupe. Also lehnen Sie sich zurück, öffnen Sie Herz und Ohren,

00:01:11: hier kommen Geschichten, die verbinden, überraschen und manchmal auch ein kleines bisschen irritieren.

00:01:17: Manchmal reicht ein Name, um die Fantasiengang zu setzen. Shorf Heidekourin. Das klingt nach

00:01:27: stillen Seen, alten Wäldern, nach weichem Licht und Geschichten, die tief im Boden wurzeln.

00:01:33: Und genau das ist es auch. Dieses riesige Biosphären reservat im Nordosten Brandenburgs ist wie eine

00:01:41: Landkarte aus der Vergangenheit, mit Pfaden in die Zukunft. Hier, auf rund 129.000 Hektar begegnen

00:01:50: sich Landschaft und Geschichte. Entstanden aus den gewaltigen Bewegungen der Eiszeit, geprägt von

00:01:57: Gletschern, die sich zurückzogen und dabei Hügel aufwarfen, Senken schufen, Sehen formten.

00:02:03: Noch heute ist diese Handschrift der Zeit sichtbar. In Entmoränen, in Blockfeldern, in Moren,

00:02:11: wie wirken wie der Atem der Erde selbst. Der Wald ist hier mehr als Wald. Es ist Bühne,

00:02:19: Gedächtnis und Zuhause. Der Grumsinn, ein alter Buchenwald mitten im Reservat, wirkt wie ein

00:02:27: Stück Uhrzeit unter Naturschutz. Bäume, bis zu 180 Jahre alt, dicht gedrängt, vernetzt über

00:02:35: Wurzeln, Blätter, Licht. Wer durch diesen Wald geht, braucht keine Musik. Es raschelt, knackt,

00:02:42: duftet. Alles ist Klang und Komposition. Und doch ist es nie laut. Der Grumsinn spricht leise und wer

00:02:52: zuhört, hört viel. Über 240 Sehen verteilen sich im Reservat, verbunden über natürliche

00:03:00: Wasseradern. Narben wie Werbelinsee, Krimnitzsee, Paarsteinersee klingen wir aus einem Märchenbuch.

00:03:08: Und so fühlen sie sich auch an. An manchen Tagen liegt der Nebel tief, die Wasseroberfläche bleibt

00:03:15: unbewegt, als hielte sie den Atem an. Dann wieder glitzert das Licht und das Paddel gleitet durch

00:03:22: klare Stille, während ein Fischotter durchs Schild furscht. Die Tierwelt hier ist keine Kulisse,

00:03:29: sie ist Hauptdarsteller. Schwarzstorch, Uhu, Fischadler, Biber, Kreuzotter, Kraniche. Sie alle

00:03:39: leben nicht im Verborgenen, sondern als sichtbarer Beweis dafür, dass Wildnis und Kulturlandschaft

00:03:45: kein Widerspruch sein müssen. Sie ist eine Wildnis mit Rücksicht, eine Ordnung, die Platz lässt,

00:03:52: für Artenvielfalt, für Begegnung, für Zufall. Denn anders als Nationalparks will das Biosphärenreservat

00:04:01: nicht abschotten, sondern verbinden. Über 60% der Landwirtschaft ist hier bereits ökologisch,

00:04:07: Pestizide, die Ausnahme. Hecken und Feldränder werden nicht gerodet, sondern gepflegt, als

00:04:14: Korridore des Lebens. Auch die Architektur folgt dem Prinzip der Anpassung. Strohballenhäuser,

00:04:20: Lebenwände, moderne Energieeffizienz trifft auf jahrhundertealte Bauweisen. Nachhaltigkeit bedeutet

00:04:27: hier nicht nur Technik, sondern Haltung. Und doch ist das alles kein Museum. Die Region lebt, wird

00:04:35: beackert, bewirtschaftet, erforscht. Messstationen beobachten das Klima, Drohnen fliegen über

00:04:40: Kronen, um Schäden zu kartieren, Sensoren sammeln Daten über Nachtfalter, Wildbewegungen, Bodenfeuchte.

00:04:46: Wissenschaft trifft auf Wanderweg, Hightech, auf Baumrinde. Wer die Schorfheide Korin besucht,

00:04:53: muss sich entscheiden. Zu Fuß mit dem Rad, im Kanu oder zu Pferd. Rundwege führen durch den Wald

00:05:00: und Wiesen entlang versteckter Ufer durch kleine Dörfer mit Namen, die man sich merken möchte.

00:05:05: Und dann kommt er, dieser Moment. Das Licht fällt schräg, das Laub leuchtet. Ein Reier steigt auf

00:05:13: und alles passt. Ganz einfach, ganz groß. Die Jahreszeiten bringen den Rhythmus. Im Frühjahr der

00:05:21: Kranichruf und die ersten Euchideen. Im Sommer glasklare Bade stellen und Grillen zirpen bis in

00:05:27: die Nacht. Im Herbst Pilze, Nebel, Farben. Und im Winter rauereif an jedem Ast spiegelglatte Seen

00:05:35: und Stille, die klingt wie ein Versprechen. Auch kulinarisch wird es hier konkret. Käse,

00:05:42: der noch nach Weide schmeckt, Wildwurst vom Jäger aus dem Nachbardorf. Öl aus alten Sorten,

00:05:48: Forellen, die keine Flugreise hinter sich haben. Man kauft direkt beim Hof oder auf dem Markt oder

00:05:54: einfach dort, wo noch jemand weiß, wie man Pifferlinge putzt. Die Anreise, erstaunlich einfach. Die

00:06:01: Bahn bringt einen fast bis ins Herz des Reservats, von Berlin aus in gut einer Stunde. Dann vielleicht

00:06:07: noch ein Stück mit dem E-Bike und man ist mittendrin, zwischen Wasser und Wald, zwischen jetzt

00:06:12: und damals. Schorfheidekorin ist kein Ausflugsziel, es ist ein Zustand, ein Ort, der atmet. Der zeigt,

00:06:21: dass Nachhaltigkeit nicht nach Verzicht schmecken muss, sondern nach Wildkräutern, Abendlicht und

00:06:27: einem Gefühl, dass man lange nicht mehr hatte, angekommen zu sein. Weißt du, was ich jetzt gern

00:06:34: hätte? Einen Waldspaziergang oder lieber einen Platz auf dem Hochsitz? Beides. Aber ich nehme auch

00:06:40: einen Picnic-Korb am Waldrand. Dieses Reservat klingt wie das perfekte Ausstiegsprogramm fürs

00:06:44: Kopfkarussell. Ganz genau. Entschleunigung pur. Aber jetzt geht's vom Naturpark auf die Straße,

00:06:51: denn wir sprechen übers Fahren im Alter. Ein Thema, das oft mit Vorurteilen behaftet ist,

00:06:57: aber viel differenzierter betrachtet werden sollte. Manchmal ist es kein großer Moment,

00:07:04: kein Knall, kein Drama. Nur ein letzter Blick in den Rückspiegel und dann bleibt der Schlüssel

00:07:10: in der Schublade. Das Auto steht still und mit ihm ein Stück vom eigenen Leben. Ich fahr nicht mehr,

00:07:17: das klingt nach Entscheidung, nach Verzicht, vielleicht nach Niederlage. In Wahrheit ist es

00:07:24: oft der mutigste Satz im Leben eines Menschen. Der Ausstieg aus der Komfortzone aus vier Rädern,

00:07:30: hinein in ein neues Kapitel, das nicht weniger Bewegung braucht, nur eine andere Art davon.

00:07:37: Dienstagmorgen, kühl und klar. Schräge Sonnenlicht trifft die Windschutzscheibe,

00:07:45: tau glänzt auf dem Pflaster. Heinz 83 sitzt im Auto. Die Hände ruhen auf dem Lenkrad,

00:07:52: der Schlüssel steckt. Der Motor bleibt stumm. Eine Nachbarin geht vorbei, hebt grüßend die Hand.

00:07:59: Heinz nickt, fast geistesabwesend. In seinem Schoß ein Diener 5-Umschlag mit seinem Führerschein.

00:08:08: Drei Wochen hat es gedauert, bis er den Entschluss fassen konnte. Niemand hat ihn gedrängt,

00:08:14: aber die Zeichen wurden zu deutlich. Zögern beim Spurwechsel, der steife Blick über die

00:08:20: Schulter, das flaue Gefühl auf der Landstraße. Heute endet sein Leben hinter dem Steuer eines

00:08:26: Autos. Er atmet tief durch, zieht den Schlüssel ab und legt ihn auf den Beifahrersitz. Dann öffnet

00:08:34: er die Tür, steigt aus und lässt das Auto hinter sich. Vor ihm liegt ein neues Kapitel,

00:08:40: eines ohne Steuer, aber mit Richtung. Solche Geschichten sind keine Einzelfälle. Die verlaufen

00:08:49: oft leise, fast unbemerkt. Kein Unfall, kein Donnerschlag. Nur kleine Zeichen. Der Schulter

00:08:57: blickt der Schwerfeld. Die Kurve, die enger wirkt als früher. Der Moment, in dem das Navi

00:09:03: die Nerven strapaziert. Erst schleicht sich ein Zweifel ein, dann ein zweiter. Und irgendwann

00:09:10: wird daraus eine stille Gewissheit. Die Zeiten, in denen man auf der Autobahn noch der schnellere

00:09:15: Wahr sind vorbei. Und plötzlich ist das Auto kein Freund mehr, sondern Prüfung. Die

00:09:22: Parklücke, eins zu Varen genommen, wird zum kleinen Abenteuer. Ampelphasen zerren an der

00:09:27: Geduld. Der Kreisverkehr fühlt sich an wie ein endloser Wirbel. Und so nimmt die Geschichte

00:09:33: ihren Lauf. Ganz ohne Eklat. Bis der Satz fällt, ich fahre nicht mehr. Kein Drama, kein Statement,

00:09:40: nur eine Feststellung. Und doch verändert sie alles. Denn wer fährt, ist frei. Wer steht,

00:09:47: muss sich neu orientieren. Ein Auto war nie nur Mittel zum Zweck. Es war Unabhängigkeit,

00:09:52: Privatsphäre, Reisebegleiter. Das Ende dieser Ära hinterlässt Spuren. Nicht nur im Kalender,

00:09:59: sondern im Selbstverständnis. Plötzlich müssen Fahrten organisiert werden. Spontan geht

00:10:05: nur noch selten etwas. Wer fährt wann, wer hilft wie und was macht man, wenn gerade keiner Zeit hat?

00:10:11: Die Entscheidung, das Steuer loszulassen, trifft niemand leichtfertig. Sie entsteht aus Vernunft,

00:10:17: aus Rücksicht, auf sich selbst, auf andere. Mancher trifft sie allein, andere brauchen einen

00:10:23: kleinen Schubs. Doch egal wie der Entschluss fällt, er kostet Kraft und manchmal auch Würde.

00:10:29: Denn niemand steigt gerne aus, solange er sich noch fahrtüchtig fühlt. Aber genau darin

00:10:35: liegt die Größe, das Steuer loszulassen, bevor man es nicht mehr halten kann. Und dann beginnt das

00:10:43: Leben danach, anders, langsamer, aber nicht unbedingt schlechter. Der Einkauf wird zum

00:10:49: Spaziergang, der Arztbesuch zur kleinen Expedition. Pläne müssen früher gemacht werden,

00:10:55: Hilfen angenommen werden und wer vorher chauffiert hat, muss lernen selbst zu fragen. Für viele

00:11:02: eine echte Herausforderung, aber auch eine Chance, neue Seiten an sich zu entdecken. Plötzlich sieht

00:11:09: man Wege, die man vorher nur überfahren hat. Kleine Läden, ruhige Bänke, neue Menschen. Es entsteht

00:11:16: ein Alltag mit anderem Takt und manchmal sogar mit mehr Qualität. Natürlich, nicht alles ist Gold.

00:11:23: Öffentlicher Nahverkehr ist gerade auf dem Land noch lückenhaft. Und Barrierefreiheit bleibt

00:11:29: Wunschdenken. Rufbusse fahren nur nach Anmeldung, Bürgerbusse nicht überall. Und wer auf dem

00:11:35: Dorf lebt merkt schnell, ohne Auto wird es kompliziert. Der Arzt sitzt am anderen Ende des

00:11:41: Kreises, der Supermarkt ist drei Dörfer weiter und selbst das Café ist eher ein Konzept als

00:11:47: ein Ort. Hier braucht es neue Ideen, Mitfahrbänke, Leihfahrzeuge, Nachbarschafts-App und vor allem

00:11:54: eine Gesellschaft, die nicht davon ausgeht, dass Mobilität mit 70 endet. Denn der Rückzug

00:12:00: vom Lenkrad bedeutet auch, raus aus dem geschützten Raum, rein in die Öffentlichkeit. Wer früher

00:12:06: allein im Auto fuhr, sitzt jetzt im Bus. Zwischen Gesprächen, Lächeln, Begegnungen. Die Haltestelle

00:12:13: wird zum sozialen Ort, der Bürgerbus zur Verbindung zur Welt. Und manchmal reicht ein Gespräch auf dem

00:12:19: Beifahrersitz, um wieder Teil von etwas zu sein. Und trotzdem bleibt ein Rest von Stolz, den es zu

00:12:26: überwinden gilt. Denn in vielen Köpfen heißt, nicht mehr fahren, noch immer, nicht mehr können.

00:12:32: Aber das ist falsch. Wer den Schlüssel abgibt, weist nicht Schwäche, sondern Stärke und Weitsicht.

00:12:40: Es ist kein Rückzug, es ist Verantwortung. Vielleicht liegt der Schlüssel noch eine

00:12:46: Weile sichtbar im Flur, für alle Fälle, für das gute Gefühl. Und manchmal fährt man auch noch

00:12:52: einmal. Mit der Tochter zum See, mit dem Enkel zur Eisdiele. Aber es bleibt eine Ausnahme.

00:12:58: Und irgendwann ist er weg, der Schlüssel, nicht aus Versehen, sondern mit Absicht und mit einem kleinen, leisen Lächeln.

00:13:10: Denn der Abschied vom Auto ist kein Ende, sondern der Anfang eines neuen Kapitels.

00:13:16: Ein Kapitel mit anderen Wegen, aber demselben Ziel, anzukommen, und zwar nicht nur irgendwo, sondern bei sich.

00:13:25: Ich muss sagen, da steckt viel drin. Verantwortung, Freiheit, Emotionen und eine Portion Demut.

00:13:33: Denn wer heute über ältere Fahrerinnen und Fahrer diskutiert, sollte auch an sich selbst denken.

00:13:38: Früher oder später setzen wir alle am Steuer mit Lesebrille.

00:13:41: Oder wir lassen uns chauffieren. Von autonomen Fahrzeugen vielleicht.

00:13:45: Aber bis dahin schauen wir mal, was in Brandenburg passiert.

00:13:49: Dort, wo Klima und Naturschutz keine Theorie, sondern Tagesgeschäft ist.

00:13:54: Zehnapar. Los geht's.

00:13:57: Brandenburg. Weite Felder, endlose Kiefern, kleine Dörfer, viel Himmel.

00:14:04: Lange galt die Region als stiller Beobachter im deutschen Energiemix.

00:14:08: Doch jetzt ist genau hier etwas in Bewegung geraten.

00:14:12: Unter einem Namen, den man sich erst merken muss. Zehnapar.

00:14:17: Hinter dem sperrigen Kürzel verbirgt sich ein Projekt, das den ländlichen Raum neu denkt.

00:14:22: Nicht als Auslaufmodell, sondern als Zukunftslabor.

00:14:27: Zehnapar. Das steht für Zero Emission Nature Protection Areas.

00:14:34: Es ist ein EU gefördertes Großprojekt, das eines will.

00:14:38: Ländliche Regionen rund um Naturparks und Biosphärenreservate klimaneutral machen.

00:14:44: Und zwar nicht irgendwann, sondern spätestens bis 2050.

00:14:49: Das bedeutet Strom, Wärme, Mobilität, Bauern, Landwirtschaft,

00:14:55: alles auf lokalem Niveau, alles nachhaltig, alles vernetzt gedacht.

00:15:01: Im Zentrum steht das Biosphärenreservatschorf Heidekourin.

00:15:07: Ein UNESCO-Gebiet, das nicht nur geschützt, sondern auch genutzt wird, als Reallabor.

00:15:13: Was hier erprobt wird, soll später in ganz Europa funktionieren.

00:15:18: Das beginnt mit den Feldern. Brandenburg hat viel Fläche, viel Sonne

00:15:23: und mit Agrifotovoltaik eine Technologie, die beides nutzt.

00:15:28: Solarmodule werden auf Gestellen über dem Acker angebracht.

00:15:32: Darunter wachsen Salat, Beeren oder Kräuter.

00:15:36: Oben, Stromproduktion, unten, Landwirtschaft.

00:15:40: Eine Fläche, zwei Erträge.

00:15:43: Das Mikro-Klima unter den Modulen wirkt sich sogar positiv auf die Pflanzen aus.

00:15:48: Weniger Verdunstung, weniger Hitze-Stress.

00:15:51: Und die Landwirte versorgen ihre Höfe mit selbst erzeugtem Strom,

00:15:56: unabhängig, nachhaltig, effizient.

00:16:01: Doch Energie allein reicht nicht. Deshalb setzt Cenapa auf Speicherlösungen.

00:16:07: Große Batterien in Dörfern, gesteuert über Apps, teilen Strom je nach Bedarf.

00:16:13: Wann lohnt sich das Laden des E-Autos? Wann startet die Waschmaschine?

00:16:18: Der Strom fließt nicht mehr ziellos ins Netz, sondern bleibt vor Ort, wo er gebraucht wird.

00:16:24: Ergänzt wird das durch lokale Wärmenetze, Solarthermie auf Kindergärten,

00:16:29: Hackschnitzelheizungen im Gemeindewald. Jeder Baustein zählt.

00:16:35: Auch beim Bauen geht Cenapa neue Wege.

00:16:38: In Joachimsthal etwa stehen 7 Einfamilienhäuser, gebaut mit Holz, Leben und Hanf.

00:16:45: Regionale Materialien kombiniert mit Hightech.

00:16:49: Die Häuser erzeugen mehr Energie, als sie verbrauchen.

00:16:53: Plus Energiehäuser auf dem Dorf, gebaut von lokalen Fürben,

00:16:58: angeschlossen an ein gemeinsames Energienetz.

00:17:01: Eine Idee, die sich längst verbreitet.

00:17:04: Was Cenapa besonders macht, ist der Dorfansatz.

00:17:08: Nicht einzelne Häuser, sondern ganze Gemeinden machen mit.

00:17:12: Unter dem Stichwort Smart Village steuern Bürgerinnen und Bürger

00:17:16: ihre eigene Energieversorgung, gemeinschaftlich, demokratisch selbstbestimmt.

00:17:21: In Brodovin zum Beispiel LED Straßenbeleuchtung, Solarthermie im Kindergarten,

00:17:27: ein eigenes Nahwärmenetz.

00:17:30: Die Gemeinde verwaltet alles selbst, entscheidet über Tarife,

00:17:33: organisiert Wartung, teilt Überschüsse.

00:17:36: So wird Energiepolitik zur Bürgerbewegung.

00:17:40: Wichtig ist auch die Bildung.

00:17:42: Cenapa bietet Workshops, Praxiswochen, Schulprojekte.

00:17:45: Menschen erfahren, wie Stromspeicher funktionieren,

00:17:48: wie man CO2 spart, wie ein Hausenergieauthag wird

00:17:52: und das ganz konkret, nicht theoretisch.

00:17:55: Denn wer versteht, was passiert, macht eher mit.

00:17:58: Begleitet wird das Ganze von der Wissenschaft.

00:18:01: Die Hochschule Eberswalde und andere Institute-Messen

00:18:05: vergleichen, entwickeln weiter.

00:18:07: Wie wirkt sich Schatten unter Solarpanelen auf den Boden aus?

00:18:11: Wie speichert man Wärme effizient?

00:18:13: Welche Dämmstoffe aus der Region funktionieren am besten?

00:18:17: Die Antworten landen nicht in der Schublade, sondern in der Praxis

00:18:21: und in anderen Regionen.

00:18:23: Denn Cenapa ist längst kein Einzelfall mehr.

00:18:26: Die Erfahrungen aus Brandenburg werden übertragen.

00:18:29: Nach Rheinland-Pfalz, Hessen, Luxemburg.

00:18:32: Überall dort, wo ländliche Räume mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen.

00:18:36: Aber auch mit ähnlichen Potenzialen.

00:18:39: Es entsteht ein europäisches Netzwerk

00:18:41: für nachhaltige Regionalentwicklung.

00:18:43: Offen, lernfähig, pragmatisch.

00:18:46: Natürlich läuft nicht alles reibungslos.

00:18:49: Genehmigungen brauchen ihre Zeit,

00:18:51: Technik muss aufeinander abgestimmt werden.

00:18:54: Alte Denkmuster bremsen.

00:18:56: Aber Cenapa begegnet diesen Hürden mit Geduld.

00:18:59: Und mit Erfolgsgeschichten, die überzeugen.

00:19:02: Wie die vom Haus, das im Februar seine Heizung mit Sonnenstrom betreibt.

00:19:06: Oder vom Dorf, das mehr Energie produziert, als es verbraucht.

00:19:10: Am Ende zeigt das Projekt,

00:19:12: Klimaschutz ist nicht nur ein ökologisches,

00:19:15: sondern auch ein ökonomisches und gesellschaftliches Projekt.

00:19:19: Es schafft Arbeitsplätze,

00:19:21: stärkt das Handwerk, bringt Geld in die Region

00:19:24: und gibt Menschen Verantwortung zurück.

00:19:27: Cenapa macht aus Bauern Energiewirte,

00:19:30: aus gemeinten Energieversorger

00:19:32: und aus Bürgern echte Beteiligte.

00:19:35: Und vielleicht ist das die größte Veränderung,

00:19:37: dass aus ländlichen Räumen,

00:19:39: die lange als strukturschwach galten,

00:19:41: Orte der Innovation werden.

00:19:43: Vom Feld zum Kraftwerk.

00:19:45: Das ist mehr als ein Slogan.

00:19:47: Es ist ein Systemwechsel.

00:19:49: Und der beginnt nicht in Metropolen,

00:19:51: sondern dort, wo die Zukunft besonders viel Platz hat, auf dem Land.

00:19:55: Ich finde ja, Cenapa klingt ein bisschen wie eine Yoga-Stellung.

00:19:59: Aber was da in Brandenburg passiert, hat richtig Rückenwind.

00:20:02: Ja, und vor allem ist es ein kluges Konzept.

00:20:05: Energiesparen, Arten schützen, Menschen einbinden.

00:20:09: Das ist Transformation mit Bodenhaftung.

00:20:12: Aber jetzt zum letzten Thema.

00:20:14: Das wird schmatzig und ein bisschen kurios.

00:20:17: Mukbang.

00:20:18: Menschen filmen sich beim Essen und andere schauen zu.

00:20:21: Millionenfach.

00:20:23: Was steckt dahinter?

00:20:24: Ein Trend?

00:20:25: Ein Trost?

00:20:26: Oder doch ein bisschen Theater?

00:20:28: Mukbang.

00:20:32: Klingt wie ein asiatisches Brettspiel

00:20:34: oder ein neues Energiegetränk, oder?

00:20:37: Tatsächlich steckt dahinter ein Internetphänomen,

00:20:40: das so einzigartig wie faszinierend ist.

00:20:43: Mukbang kommt aus Südkorea und bedeutet grob übersetzt

00:20:46: Essensübertragung.

00:20:48: Und das ist genau, was es ist.

00:20:51: Menschen essen vor der Kamera.

00:20:54: Aber nicht einfach so, sondern riesige Portionen

00:20:57: mit vollem Körpereinsatz live oder aufgezeichnet.

00:21:01: Und Millionen klicken sich rein.

00:21:04: Moment mal, anderen beim Essen zu sehen?

00:21:07: Freiwillig?

00:21:09: Ja, und nicht nur das.

00:21:11: Viele empfinden es sogar als entspannend.

00:21:14: Die Geräusche des Schlürfens, Knappens, Kauns.

00:21:17: Für manche eine kleine akustische Wellness-Oase.

00:21:21: Andere suchen Gesellschaft, denn in einer Welt,

00:21:24: in der das gemeinsame Abendessen immer seltener wird,

00:21:27: ersetzt der Bildschirm manchmal den Ess-Tisch.

00:21:30: Alleinessen?

00:21:31: Ja, aber eben nicht mehr ganz allein.

00:21:35: Und das Ganze hat eine erstaunliche Bandbreite.

00:21:38: Auf der einen Seite minimalistische Muckbanks.

00:21:41: Eine Suppe, eine Kamera, ein entspannter Host.

00:21:45: Auf der anderen Seite Essensblockbuster.

00:21:48: Riesige Teller, Sushi in Surfbrettgröße,

00:21:52: Nudelportionen, bei denen man glaubt,

00:21:55: der Moderator wolle eine Fußballmannschaft satt kriegen.

00:21:58: Die japanische YouTuberin Yuka Kinoshita zum Beispiel

00:22:02: hat Millionen Fans und verputzt locker 10.000 Kalorien pro Video.

00:22:07: Ob sie wirklich alles ist?

00:22:09: Tja, das bleibt ein Rätsel.

00:22:12: Aber Muckbang ist mehr als nur Füllerei im 4K-Format.

00:22:17: Es ist auch Interaktion.

00:22:19: Viele Streamer sind live, beantworten Fragen,

00:22:22: reagieren auf Kommentare, grüßen ihre Follower.

00:22:26: Es ist Show, Community und ein bisschen Selbsttherapie.

00:22:30: Für manche ein echtes Geschäftsmodell.

00:22:33: Mit Spenden, Werbeverträgen und Fanpaketen.

00:22:37: Klar, wo Licht ist, ist auch Schatten.

00:22:40: Ernährungsexperten warnen.

00:22:42: Vor allem extreme Muckbanks vermitteln oft ein ungesundes Bild.

00:22:46: Was als Unterhaltung beginnt,

00:22:48: kann bei jungen Zuschauerinnen und Zuschauern

00:22:50: schnell zum Vorbild werden.

00:22:52: In China wurden bereits Maßnahmen

00:22:54: gegen Essensverschwendung vor der Kamera ergriffen.

00:22:57: Plattformen blenden Warnenweise ein, Regeln werden verschärft.

00:23:01: Auch in Südkorea wird diskutiert,

00:23:03: wie viel Muckbang noch okay ist und wo Schluss sein sollte.

00:23:07: Und Deutschland?

00:23:09: Tja, auch hier ist Muckbang angekommen.

00:23:12: Auf die deutsche Art.

00:23:14: Statt Kimchi und Rahmen gibt's Leberkäse, Currywurst oder Spätzle.

00:23:18: Mal mit Berliner Schnauze, mal mit bayerischer Gemütlichkeit.

00:23:22: Auch wenn die Portionen vielleicht etwas kleiner sind.

00:23:25: Der Unterhaltungswert stimmt.

00:23:27: Besonders charmant.

00:23:29: Die jährliche Muckbanger geben sich Mühe, ihre Speisen zu erklären.

00:23:33: Mit Untertiteln, Rezepten oder Funfacts zum regionalen Essen.

00:23:38: Übrigens, Muckbang hat sich längst weiterentwickelt.

00:23:42: Neue Formate mischen Talkshow und Dinner, kochen und kommentieren,

00:23:46: Alltag und Esskultur.

00:23:48: Auf Twitch sitzen Streamer beim Abendbrot vor der Kamera

00:23:52: und plaudern über ihren Tag.

00:23:54: Essen wird zur Kulisse, nicht mehr zum Hauptdarsteller.

00:23:57: Die Essensgeräusche bleiben,

00:23:59: aber der Fokus liegt auf dem Menschen dahinter.

00:24:02: So wird aus Kauen Kommunikation.

00:24:05: Was man dabei nicht unterschätzen sollte,

00:24:07: die psychische Belastung für den Creator.

00:24:10: Wer täglich performen muss, mit volle Magen,

00:24:13: spürt das irgendwann, Verdauungsprobleme, Druck, Selbstzweifel.

00:24:17: Einige Creator sprechen inzwischen offen über Pausen,

00:24:20: kleinere Portionen oder darüber, wie sie Reste verwerten.

00:24:24: Andere nutzen Muckbang bewusst für Aufklärung,

00:24:27: über gesunde Ernährung oder Essstörungen.

00:24:30: Die Community wird kritischer, und das ist gut so.

00:24:33: Muckbang ist gekommen, um zu bleiben.

00:24:36: Vielleicht nicht immer im XXL-Format,

00:24:39: aber als digitales Lagerfeuer, als schräge Abendunterhaltung,

00:24:43: als soziale Interaktion, die ausgerechnet beim Essen entsteht.

00:24:47: Zwischen Kauen und Kommentieren, zwischen Schlürfen und Streamen.

00:24:52: Ob das die Esskultur verändert? Sicher.

00:24:55: Ob das gut ist, kommt drauf an.

00:24:58: Aber eines steht fest, beim nächsten Mal,

00:25:01: wenn jemand allein mit Kopfhörern im Bus sitzt und dabei leicht lächelt,

00:25:05: vielleicht schaut er oder sie gerade Muckbang und denkt,

00:25:09: so allein fühle ich mich gar nicht.

00:25:12: Das war unsere neue Folge von Momente.

00:25:15: Mit viel Natur, viel Nachdenken

00:25:17: und einem überraschenden Finale mit ordentlich Kalorien.

00:25:21: Wenn Sie die Zeit bis zur nächsten Folge überbrücken möchten,

00:25:24: dann schauen Sie doch mal in unser Online-Magazin, Momente,

00:25:27: unter tank.rast.de/magazin.

00:25:30: Dort finden Sie rund 200 Artikel über Reisen, Genuss, Alltagsfragen

00:25:34: und das Beste.

00:25:36: Sie können sich alles auch von einer KI vorlesen lassen.

00:25:39: Fast wie ein Podcast, aber eben nur fast.

00:25:42: Also bleiben Sie neugierig, bleiben Sie achtsam

00:25:44: und bleiben Sie nicht beim Muckbang hängen.

00:25:46: Bis bald.

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